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Gesundheitsgefahr in China : Zuerst kommt das Schweinefleisch, dann die Partei

Die Wirtschaftszeitschrift „Caixin“ berichtete über Fälle, in denen Bauern sich davor scheuten, Anzeichen der Seuche zu melden, weil sie fürchteten, der Verbreitung von Gerüchten bezichtigt zu werden. Bild: dpa

Die Schweinepest wütet in China, die Preise für Fleisch steigen. Die Regierung hat das Ausmaß bisher verschwiegen – dabei sorgt gerade der Mangel an Transparenz für große Probleme.

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          Auf dem Platz des Himmlischen Friedens in Peking steht schon die Zuschauertribüne für die große Militärparade bereit. Die Tanzclubs und Karaokebars in der chinesischen Hauptstadt sind ab dieser Woche geschlossen. Und das Fernsehen sendet statt Unterhaltungssendungen fast nur noch patriotische Filme. Nichts wird dem Zufall überlassen, wenn China am ersten Oktober den 70. Jahrestag der Gründung der Volksrepublik begeht. Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping will den Tag nutzen, um eine strahlende Bilanz seines eigenen Schaffens und der seit siebzig Jahren allein herrschenden Kommunistischen Partei zu präsentieren.

          Friederike Böge

          Politische Korrespondentin für Ostasien.

          Umso größer ist die Nervosität hinter den Kulissen. Nicht nur der Handelsstreit mit Amerika und die Lage in Hongkong trüben die Feierlaune, sondern auch die Verheerungen der afrikanischen Schweinepest, die dazu geführt hat, dass Schweinefleisch in China kaum noch bezahlbar ist. Wie groß die Angst vor dem Unmut des Volkes ist, offenbarte in dieser Woche eine Rede des stellvertretenden Ministerpräsidenten Hu Chunhua, die offenbar versehentlich an die Öffentlichkeit gelangt ist.

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