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China protestiert : Tschechische Republik empfängt Delegation aus Taiwan

  • Aktualisiert am

Der taiwanesische Entwicklungsminister Kung Ming-hsin während einer Pressekonferenz in Prag. Bild: AP

China fühlt sich von der Tschechischen Republik provoziert. Grund dafür ist der Besuch einer hochrangig besetzten taiwanesischen Delegation in Prag – denn die beiden Staaten setzen in Zukunft auf eine verstärkte Zusammenarbeit.

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          Die Tschechische Republik hat trotz der Proteste Chinas eine große Delegation aus Taiwan empfangen. „Wir sind überzeugt, dass wir nichts falsch machen, wenn wir unsere Zusammenarbeit mit Taiwan weiterentwickeln“, sagte der Vorsitzende des tschechischen Senats, Milos Vystrcil, der Agentur CTK zufolge am Montag. Es sei eine Pflicht, demokratische Staaten an anderen Orten der Welt zu unterstützen.

          Ein Sprecher der chinesischen Botschaft in Prag brachte im Vorfeld des Besuchs seine „große Unzufriedenheit und tiefste Ablehnung“ zum Ausdruck. Er sprach von einer Provokation. Die Führung in Peking betrachtet das 23 Millionen Einwohner zählende Taiwan als Teil Chinas und versucht, die Inselrepublik international zu isolieren.

          Der mehr als 60-köpfigen Besuchergruppe aus Taiwan gehören Unternehmer und hochrangige Politiker an. Es wurden mehrere Memoranden über eine engere Kooperation unter anderem in den Bereichen der Internetsicherheit, der Weltraumindustrie und des Maschinenbaus unterzeichnet. Taiwan hatte Tschechien auf dem Höhepunkt der Pandemie mehrere Fertigungslinien für Corona-Schutzmasken gespendet. Umgekehrt schickte Prag im Sommer 30.000 Moderna-Impfstoffdosen in die taiwanesische Hauptstadt Taipei.

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