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China : Propaganda in Zeiten von Corona

  • -Aktualisiert am

Sicherheitskräfte außerhalb der Verbotenen Stadt in Peking. Bild: Reuters

Schon allein die Tatsache, dass China einen Sündenbock braucht, lässt darauf schließen, dass in der Corona-Krise einiges schief gelaufen ist.

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          Wirklich überrascht kann man nicht darüber sein, wie die chinesische Führung die Corona-Krise publizistisch umzudeuten versucht. Ein System wie das chinesische kann nach eigenem Selbstverständnis keine grundlegenden Fehler machen. Dass das aller menschlichen Erfahrung widerspricht, ist irrelevant.

          Denn „Wahrheit“ ist in China nur das, was die Kommunistische Partei verlautet. Aber allein die Tatsache, dass jetzt besonders laut nicht nur das eigene Krisenmanagement gelobt wird, sondern auch die Schuld für das Desaster bei anderen gesucht wird, spricht dafür, dass in Wirklichkeit sehr viel sehr falsch gelaufen ist.

          Besonders absurd wird es, wenn China behauptet, die Quelle des Virus sei eigentlich in den Vereinigten Staaten zu suchen. Das erinnert an die Methode, mit der die Desinformationsmedien des Ostblocks in den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts vor allem in Afrika die Mär verbreiteten, das Aids-Virus sei gezielt von Amerika freigesetzt worden, um die Afrikaner zu dezimieren.

          Der Umgang der amerikanischen Regierung mit Corona weckt freilich auch kein Vertrauen. Eines müssten die Propagandisten sowohl in Peking als auch in Washington eigentlich in der Zwischenzeit gemerkt haben: Wir haben es hier mit einem globalen Problem zu tun. Und nur global, idealerweise in globaler Kooperation, werden wir es lösen. Ein Propagandakrieg nützt niemandem.

          Peter Sturm
          Redakteur in der Politik, zuständig für „Politische Bücher“.

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