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Dürre in Südostasien : Wenn China den Hahn zudreht

Das ausgetrocknete Flussbett des Mekongs in der Provinz Nong Khai in Thailand Anfang des Jahres 2020. Bild: Adam Dean/Panos Pictures/VISUM

Durch immer mehr Dämme kontrolliert Peking den Mekong. In den Anrainerstaaten herrscht deshalb Dürre, belegt eine neue Studie. Kommt eine Wasserkrise auf Südostasien zu?

          3 Min.

          In den vergangenen Monaten war der mächtige Mekong in manchen Gebieten zu einem Flüsschen zusammengeschmolzen. In dem ausgetrockneten Teil des Flussbetts zeigten sich tiefe Risse im Sandboden. Felsen und Sandbänke, die sonst unter Wasser lagen, ragten hervor. Die Fischer hatten kaum noch Fänge in ihren Netzen. Im einst so fruchtbaren Mekong-Delta, der Reiskammer Vietnams, klagten die Bauern über ausgedörrte Reisfelder, verkümmerte Wassermelonen und versalzene Böden. Einige Provinzen erklärten darauf den Notstand. Anderswo verlor der Strom seine charakteristisch sandige Farbe und strahlte plötzlich in einem ungewöhnlichen Blau. Dann füllte er sich mit Algen.

          Till Fähnders

          Politischer Korrespondent für Südostasien.

          Der Unterlauf des Mekongs erlebte seinen tiefsten Wasserstand seit mehr als 50 Jahren. Man könnte die schwere Trockenperiode Ende 2019 und Anfang 2020 als eine Laune der Natur abtun. Das ist sie laut einer Studie, die vor wenigen Wochen erschienen ist, aber nicht. Zum ersten Mal hat das amerikanische Unternehmen Eyes on Earth einen direkten Zusammenhang zwischen der Dürre und verstärkten Wasserstauungen am Oberlauf des Flusses in China finden können. Das riesige Nachbarland hat in den vergangenen drei Jahrzehnten elf große Staudämme am Mekong gebaut. Schon lange befürchten die südostasiatischen Länder am Unterlauf des Stroms, dass China damit zunehmend die Kontrolle darüber bekommt, wie viel oder wenig Wasser ihre Länder erreicht. Die Studie gibt ihnen nun recht.

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