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Endlich präsent im Weltall : China auf dem Mond

  • -Aktualisiert am

So sieht der Rover der Chang’e-4 Mission in künstlerischer Darstellung aus. Bild: EPA

Amerika hat sich vor Jahren gegen Chinas Beteiligung am Projekt der drei „alten“ Weltraummächte ausgesprochen. Doch auch das Selbstverständnis der chinesischen Führung spricht dagegen. Dabei muss Kooperation mit China möglich sein.

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          Den wissenschaftlichen Wert der erfolgreichen chinesischen Expedition zum Mond können Laien schlecht beurteilen. Der Prestigewert des Ausflugs zum Erdtrabanten freilich ist nicht zu bestreiten. Zwar kommt die Volksrepublik einige Jahrzehnte später als Amerikaner und Russen. Aber spätestens mit der sicheren Landung einer Sonde auf der sonnenabgewandten Seite des Mondes hat China das erreicht, was es seit langem beharrlich anstrebt: Es ist auf Augenhöhe mit den „alten“ Weltraummächten. Das ist die logische Folge einer Politik, die China auf allen Gebieten an die Weltspitze führen will. Zu einer „richtigen“ Großmacht gehört heutzutage eine Präsenz im Weltall.

          Die strebt China dem Vernehmen nach auch dauerhaft an, in Gestalt einer Raumstation, wie sie Europäer, Amerikaner und Russen schon lange betreiben. Dass China schon jetzt eine exklusive Konkurrenzveranstaltung zur Internationalen Raumstation aufbaut, liegt vor allem an den Amerikanern, die vor einigen Jahren eine Beteiligung Chinas abgelehnt hatten. Es passt aber auch gut zum Selbstverständnis einer Führung, die nach innen einen immer aggressiveren Nationalismus predigt. Wenn China mit irgendjemandem Gemeinschaftsprojekte startet, dann unter der Voraussetzung, dass es selbst das Kommando führt.

          Und das ist dann auch die politische Lehre. Kooperation mit China ist möglich, sie muss möglich sein. Kooperation liegt auch durchaus im Interesse Chinas, denn noch ist Peking längst nicht so weit, dass es immer und überall bestimmen könnte. Aber jeder „Partner“ Pekings muss sich darüber klar sein, dass seine Interessen in der Regel nur am Rande berücksichtigt werden. Einflussnahme auf chinesische Politik wird stetig schwieriger. Das ist ein strukturelles Kennzeichen einer politischen Situation, in der sich eine Macht in scheinbar unaufhaltsamem Aufstieg befindet. Insofern hätte man schon lange voraussehen können, dass es einmal so kommen würde. Aber Politik hat ganz offenbar ein Problem damit, Dinge zu erkennen, die sich erst am Horizont abzeichnen. Deshalb hat es keinen Sinn, irgendwelchen verpassten Chancen nachzutrauern. Vielmehr ist größtmögliche Einigkeit aller im Umgang mit China anzustreben. Die internationale Raumstation ist ein gutes Beispiel. Man wird sehen, ob China langfristig den Wettbewerb mit allen anderen besteht – im Weltraum und auf der Erde.

          Peter Sturm

          Redakteur in der Politik, zuständig für „Politische Bücher“.

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