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Putins Werben um Verbündete : Peking entzieht sich Moskaus Umarmung

Der russische Präsident Wladimir Putin und der chinesische Staats- und Parteichef Xi J-inping am 16. September in Samarkand Bild: EPA

Der Kreml meldet in großer Aufmachung, ein Weggefährte Putins habe in China den Wert der „strategischen Partnerschaft“ beider Länder bekräftigt. Die Version aus Peking liest sich etwas anders.

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          Im russisch-chinesischen Verhältnis prescht Moskau vor, Peking hält sich bedeckt: Das wurde am Montag neuerlich klar. Russlands Nationaler Sicherheitsrat veröffentlichte eine Erklärung zu einem Besuch seines Sekretärs, eines Weggefährten von Präsident Wladimir Putin, in der Stadt Nanping in Südostchina.

          Friedrich Schmidt
          Politischer Korrespondent für Russland und die GUS in Moskau.
          Friederike Böge
          Politische Korrespondentin für China, Nordkorea und die Mongolei.

          Darin hieß es, Nikolaj Patruschew und Yang Jiechi – Chinas ranghöchster Außenpolitiker – seien übereingekommen, die Militärzusammenarbeit beider Länder fortzuführen, mit Manövern und Patrouillen, und die Kontakte zwischen den Generalstäben zu verstärken. Patruschew habe hervorgehoben, dass „der Kurs auf Entwicklung der strategischen Partnerschaft mit China für Russlands Außenpolitik unbedingte Priorität hat“.

          Aus Peking hieß es dazu lediglich, China sei bereit, den „Konsens in die Tat umzusetzen“, den die Staatschefs beider Länder Xi Jinping und Wladimir Putin erreicht hätten. Beide Seiten würden ihre „strategische Koordination“ verstärken, teilte das Außenministerium in Peking mit, ohne Details zu nennen.

          China und Russland haben mehrmals gemeinsame Seemanöver rund um Japan abgehalten. Seine Teilnahme an dem Manöver „Wostok 2022“ in Russland Anfang September hatte China heruntergespielt, indem es die Teilnahme Indiens enthüllte, bevor Delhi sie bestätigt hatte.

          Nur zwei Sätze zu Putin

          Vorige Woche sagte Putin auf dem Gipfel der Schanghaier Organisation für Zusammenarbeit im usbekischen Sa­mar­kand dem chinesischen Staats- und Parteichef Xi Jinping, in der „ukrainischen Krise“ verstehe Russland „Ihre Fragen und Ihre Sorgen dazu“. Das Gleiche sagte Putin dann dem indischen Ministerpräsidenten Narendra Modi. Die Begegnungen wurden als Anzeichen mangelnder Unterstützung für den Angriff auf die Ukraine gedeutet.

          China bemühte sich nach dem Gipfel in Samarkand, die Bedeutung des Treffens von Xi und Putin herunterzuspielen. In einer langen Mitteilung über die dreitägige Reise des Staatschefs nach Kasachstan und Usbekistan wird das Gespräch mit Putin nur in zwei Sätzen erwähnt: Beide Seiten würden die „Kerninteressen“ des anderen entschlossen unterstützen.

          In der Meldung zu Patruschews Gespräch mit Yang heißt es nun, beide hätten sich besorgt über die „Eskalation der Spannungen seitens der USA und ihrer Verbündeten“ in Asien geäußert; zur Ukraine heißt es lediglich, es sei auch um die „Situation“ dort gegangen. Nach dem Treffen Xis und Putins hatte das amerikanische Außenministerium abermals erklärt, dass den Vereinigten Staaten keine Erkenntnisse über eine militärische Unterstützung Chinas für Putins Angriffskrieg vorlägen.

          Im August wies der chinesische Drohnenhersteller DJI Aussagen der russischen Botschaft in Peking zurück, die ein Produkt des Unternehmens als „wahres Symbol moderner Kriegsführung“ ge­priesen hatte. Die Drohnen dienten allein zivilen Zwecken, teilte DJI mit. Im April hatte das Unternehmen sich aus Russland zurückgezogen, nachdem die Ukraine dies gefordert hatte.

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