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Chinas mongolische Minderheit : Bis die Propaganda kommt

Mongolen am Mausoleum von Dschingis Khan Bild: Friederike Böge

In der Inneren Mongolei herrscht Unmut über die neue Sprachenpolitik Pekings. Doch der Propagandaapparat will nicht, dass das nach außen dringt – und versucht, Interviews mit ausländischen Medien zu verhindern. Ein Ortsbesuch.

          4 Min.

          Die Lehrerin ist gerade dabei, zu erklären, warum sie gegen die neue Sprachenpolitik der chinesischen Regierung ist, als zwei Autos neben ihr auf der Straße halten. Fünf Personen eilen in ihre Richtung. „Interviews sind nicht erlaubt“, sagt ein Mann, der sich als stellvertretender Leiter der lokalen Propagandaabteilung vorstellt. Doch die Frau, die der mongolischen Minderheit angehört, lässt sich nicht einschüchtern. „Das ist kein Interview, wir plaudern nur“, sagt sie. „Aber das ist eine Journalistin“, erwidert der Mann. „Journalisten sagen die Wahrheit“, sagt die Frau trotzig und fügt hinzu: „Um ehrlich zu sein, wir unterstützen eure Politik nicht.“

          Friederike Böge

          Politische Korrespondentin für Ostasien.

          Der Mann von der Propaganda versucht es mit einer anderen Strategie. „Die Journalistin hat keinen Corona-Test gemacht. Mit ihr zu sprechen ist gefährlich.“ Die fünf Leute haben die Frau inzwischen umrundet und drängen sie in den Hintergrund. Das Gespräch ist beendet.

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