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Michael Spavor : China verurteilt Kanadier zu elf Jahren Haft wegen Spionage

  • Aktualisiert am

Demonstration für die Freilassung der kanadischen Gefangenen Michael Spavor und Michael Kovrig im März 2019 in Vancouver Bild: Reuters

Spavors Fall gilt als eines von mehreren Beispielen für Chinas „Geiseldiplomatie“ im Zusammenhang mit der in Kanada festgehaltenen Tochter des Huawei-Gründers. Fast drei Jahre nach seiner Festnahme erhält der Geschäftsmann jetzt seine Strafe.

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          Vor dem Hintergrund diplomatischer Spannungen ist in China ein kanadischer Geschäftsmann zu elf Jahren Haft verurteilt worden. Ein Gericht in der nordostchinesischen Stadt Dandong sprach Michael Spavor an diesem Mittwoch der Spionage und Beschaffung von Staatsgeheimnissen schuldig.

          Spavor wurde im Dezember 2018 genau wie sein Landsmann Michael Kovrig in China in Gewahrsam genommen, kurz nachdem in Kanada die Finanzchefin des chinesischen Telekom-Riesen Huawei, Meng Wanzhou, festgenommen worden war. Peking wird deshalb „Geiseldiplomatie“ vorgeworfen. Die Prozesse gegen die beiden Kanadier fanden im März statt. Seit ihrer Inhaftierung hatten sie fast keinen Kontakt mehr zur Außenwelt.

          Auslieferungsverfahren in Kanada

          Meng, der Tochter des Huawei-Gründers Ren Zhengfei, wird in den USA Bankbetrug im Zusammenhang mit Verstößen gegen Sanktionen gegen den Iran vorgeworfen. In Kanada befindet sich ein Verfahren in der Endphase, in dem über die Auslieferung der Geschäftsfrau an die USA entschieden wird.

          Auch der ehemalige Diplomat Kovrig muss sich in China wegen Spionagevorwürfen vor Gericht verantworten. Gegen ihn wurde jedoch noch kein Urteil verhängt.

          Seit der Festnahme von Meng sind die Beziehungen zwischen Peking und Ottawa angespannt. In der Folge wurden in China mindestens drei kanadische Drogenschmuggler zum Tode verurteilt.

          Erst am Dienstag hatte ein Berufungsgericht das Todesurteil gegen den kanadischen Drogenschmuggler Robert Lloyd Schellenberg bestätigt. Zunächst hatte Schellenberg eine langjährige Haftstrafe erhalten. Kurz nach der Festnahme von Meng Wanzhou war das Urteil jedoch in eine Todesstrafe abgeändert worden. China hat Zusammenhänge zwischen den Verfahren gegen die Kanadier und der Festnahme von Meng Wanzhou zurückgewiesen.

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