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Kritik an Chinas Politik : Xi in der Null-Covid-Schleife

Höchste Vorsicht: Ein Mitarbeiter des Gesundheitsdiensts wartet am Dienstag in Schanghai auf Testwillige. Bild: AFP

Aus Frust über die Lockdown-Politik von Staats- und Parteichef Xi Jinping wollen viele Chinesen auswandern. Doch den meisten bleibt nur die Hoffnung auf bessere Zeiten.

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          Pünktlich um sechs Uhr abends machte sich Yu Guoqiang in seinem Lastwagen auf den Weg von Yantai ins 700 Kilometer entfernte Peking. Er hatte frische Kirschen geladen, die er am frühen Morgen im Xinfadi-Großmarkt im Süden der Hauptstadt abliefern sollte. Dort sitzt er jetzt im Führerhaus seines weißen Kühltransporters und schimpft. „So eine schlimme Tour hatte ich noch nie.“ An der Stadtgrenze von Peking war er dreimal abgewiesen worden. Wegen der Corona-Bestimmungen.

          Friederike Böge
          Politische Korrespondentin für China, Nordkorea und die Mongolei.

          Auf unterschiedlichen Autobahnen hatte er versucht durchzukommen. Vergeblich. Am Ende fuhr er einen Schleichweg über die Dörfer und erreichte den Großmarkt mit sechs Stunden Verspätung. Der Kunde zahlte zwar die Kirschen, aber er weigerte sich, den Fahrer für die Lieferung zu entlohnen. Einer wie Yu, der auf eigene Rechnung fährt, kann da nicht viel machen, außer seine Wut herunterschlucken. Warum er an den Checkpoints abgewiesen wurde, weiß er selbst nicht genau.

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