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China : Bürgerrechtler soll vor Gericht

Auch in Hong Kong gingen Menschen für Liu Xiaobo auf die Straße: dem Bürgerechtler soll nun in China der Prozess gemacht werden Bild: AFP

Seit einem Jahr sitzt der chinesische Bürgerrechtler Liu Xiaobo im Gefängnis. Er ist Mitverfasser der „Charta 08“, in der mehr als 10.000 Unterzeichner Reformen, Freiheit und Demokratie in China fordern. Nun droht ihm wegen angeblicher Untergrabung der Staatsgewalt der Prozess.

          Ein Jahr nach seiner Festnahme soll offenbar Anklage gegen den chinesischen Bürgerrechtler Liu Xiaobo erhoben werden. Das berichteten seine Anwälte am Mittwoch nach Angaben von Nachrichtenagenturen. Die Polizei habe ihre Ermittlungen abgeschlossen und den Fall an die Staatsanwaltschaft weitergegeben. Diese habe mehrere Wochen Zeit, um Anklage zu erheben.

          Till Fähnders

          Politischer Korrespondent für Südostasien.

          Liu Xiaobo wird der Untergrabung der Staatsgewalt bezichtigt. Ihm droht eine lange Haftstrafe. Die Polizei hatte den Pekinger Dissidenten wegen der von ihm mitverfassten „Charta 08“ festgenommen, in der die Unterzeichner Reformen, Freiheit und Demokratie in China fordern. Das Dokument ist im Internet schon von mehr als 10.000 Personen unterschrieben worden.

          Die ungewöhnlich lange Vorbereitungszeit auf den Prozess lässt darauf schließen, dass die Behörden den Fall als äußerst heikel einstufen. Europäische Politiker, Menschenrechtler und internationale Organisationen hatten eine Freilassung des Autors und einstigen Präsidenten des unabhängigen chinesischen PEN-Clubs gefordert.

          Der frühere Dozent für Literatur gehörte im Jahr 1989 zu den Unterstützern der Studentenproteste auf dem Tiananmen. Er hat mehrere Jahre in Gefängnissen und Arbeitslagern verbracht.

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