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China : Ai Weiwei vorübergehend festgenommen

  • Aktualisiert am

Ai Weiwei in seinem Haus in Peking Bild: AFP

Die chinesische Polizei hat den prominenten Aktivisten und Künstler Ai Weiwei sowie mindestens zehn weitere Personen zeitweise festgenommen. Sie will verhindern, dass sie an einem Gerichtsverfahren gegen einen Aktivisten teilnehmen.

          Die Polizei in China hat den prominenten Aktivisten und Künstler Ai Weiwei sowie mindestens zehn weitere Personen zeitweise festgenommen, um ihre Teilnahme an einem Gerichtsverfahren gegen einen bekannten Aktivisten zu verhindern. In der südwestchinesischen Stadt Chengdu war am Mittwoch der Prozess gegen Tan Zuoren eröffnet worden. Er hatte nach dem Sichuan-Erdbeben im vergangenen Jahr den Tod von Schulkindern und mögliche Baumängel an Schulgebäuden untersucht.

          Offiziell wird Tan Zuoren „Anstiftung zur Untergrabung der Staatsgewalt“ vorgeworfen, weil er sich in Berichten und Interviews über die Niederschlagung der Demokratiebewegung 1989 in Peking geäußert hatte. Er soll außerdem über das Internet Kontakt mit dem im Exil lebenden Tiananmen-Aktivisten Wang Dan gehabt haben. Amnesty International hatte Kritik an dem „politisch motivierten Verfahren“ geäußert. Ein Urteil gab es am Mittwoch noch nicht.

          Der Künstler und Aktivist Ai Weiwei hatte mit einer eigenen Suche nach den Namen der bei dem Erdbeben getöteten Kinder Anfang des Jahres Aufsehen erregt. Der Anwalt des Angeklagten Tan Zuoren habe ihn um eine Aussage vor Gericht gebeten, die ihm jedoch verweigert worden sei, sagte der Künstler der Nachrichtenagentur AP. Ai Weiwei und etwa zehn Unterstützer wollten dann als Zuschauer an dem Verfahren teilnehmen. Am frühen Mittwochmorgen seien aber vier Polizisten in das Hotelzimmer Ai Weiweis gestürmt und hätten ihn in ein anderes Hotel abgeführt. Auch Angehörige von Erdbebenopfern sollen daran gehindert worden sein, den Gerichtssaal zu betreten.

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