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Angreifer von Charlottesville : Neonazi wegen Mordes für schuldig befunden

  • Aktualisiert am

Eine Frau wurde bei der Amokfahrt in Charlottesville getötet, beinahe 40 Personen wurden verletzt. Bild: AFP

Mit einem Auto raste James Fields bei den Protesten in Charlottesville vor eineinhalb Jahren in eine Gruppe mit Gegendemonstranten. Eine Frau starb. Nun hat eine Jury den Neonazi des Mordes für schuldig befunden.

          Rund eineinhalb Jahre nach der tödlichen Amokfahrt eines Rechtsextremisten in Charlottesville hat ein Gericht den Angeklagten laut amerikanischer Medien des Mordes für schuldig befunden. Die Geschworenen sahen es als erwiesen an, dass der 21 Jahre alte James Fields Junior sein Auto während einer Demonstration weißer Nationalisten in eine Gruppe von Gegendemonstranten gesteuert hatte. Bei dem Vorfall starb die 32 Jahre alte Heather Heyer, fast 40 Menschen wurden verletzt. Zudem verurteilte die Jury Fields wegen „bösartiger Verletzung“ in mehreren Fällen sowie Fahrerflucht.

          Nach über siebenstündiger Beratung kam die Jury zu dem Schluss, dass sich Fields, dem für seine Tat nun eine lebenslange Haftstrafe droht, des Mordes schuldig gemacht habe. Das Strafmaß wird allerdings erst zu einem späteren Zeitpunkt verkündet. Während des neuntägigen Prozesses kam es mitunter zu emotionalen und erschütternden Zeugenaussagen. So berichtete ein Mann, er habe seine Freundin aus dem Weg geschubst und infolgedessen selbst einen Großteil des Aufpralls abbekommen. Einige von Fields Opfern verfolgten das Geschehen im Gerichtssaal, umarmten sich und spendeten sich gegenseitig immer wieder Trost.

          Am 12. August 2017 war es in Charlottesville zu schweren Ausschreitungen gekommen, als ultrarechte Teilnehmer der Demonstration „Vereint die Rechte“ mit Gegendemonstranten aneinandergerieten. Darüber hinaus zog der amerikanische Präsident Donald Trump einige Kritik auf sich, da er sich nur zögerlich zu den gewaltsamen Geschehnissen während der größten Kundgebung Rechtsextremer in den Vereinigten Staaten seit Jahrzehnten äußerte.

          Als der Präsident dann sein Schweigen brach, verurteilte er zwar die Gewalt, betonte jedoch auch, dass beide Seiten eine Schuld an der Eskalation gehabt haben. Dies hatte zu empörten Protesten an den Aussagen Trumps geführt und brachte ihm den Vorwurf ein sich nicht ausreichend von Rechtsextremen zu distanzieren.

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