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Polizei jagt Terroristen : Wer sind die Attentäter von Paris?

  • Aktualisiert am

Bild: F.A.Z., Youtube

Kaltblütig eröffneten sie das Feuer, dann riefen sie „Wir haben den Propheten gerächt“: Der Angriff auf  „Charlie Hebdo“ hat vermutlich einen islamistischen Hintergrund. Die drei Attentäter sind weiterhin nicht gefasst. 

          Viel ist nicht bekannt über die Männer, die am Freitag die Redaktion der französischen Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ überfallen und zwölf Menschen getötet haben. Aussagen von Augenzeugen deuten jedoch darauf hin, dass die Tat einen islamistischen Hintergrund haben könnte.

          Mehrere Männer sollen am Mittwochvormittag mit schweren Gewehren bewaffnet in das Redaktionsgebäude gestürmt sein. Auf Fotos und Videoaufnahmen sind zwei vermummte, schwer bewaffneten Täter zu sehen. Französischen Medienberichten zufolge bestätigte der französische Innenminister Bernard Cazeneuve jedoch inzwischen, dass drei Männer hinter dem Angriff stecken. Sie sind weiterhin auf der Flucht.

          Nachdem sie in dem Redaktionsgebäude um sich schossen, sollen die Männer gerufen haben: „Wir haben den Propheten gerächt“. Dann flohen sie. Das berichtet die französische Polizei unter Berufung auf Augenzeugen. In einem Video der Attacke, das ein Mann offenbar von einem Nachbardach aus aufgenommen hat, ist zudem zu hören, wie einer der Angreifer zwischen den Schüssen mehrfach „Allah akbar“ riefen.

          Auch die Zeichnerin „Coco“, die für Charlie Hebdo arbeitet, war Zeugin des Anschlags. Sie sei gerade aus dem Redaktionsgebäude gekommen, als zwei vermummte und bewaffnete Männer sie brutal bedroht hätten, sagte sie laut„Le Figaro“:. „Sie wollten ins Haus, hinauf. Ich habe den Code eingegeben.“ Die Männer hätten perfekt französisch gesprochen und sich auf Al Qaida bezogen.

          Das Redaktionsgebäude im 11. Arrondissement steht seit Monaten unter Polizeischutz. „Charlie Hebdo“ war seit der Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen wiederholt zur Zielscheibe islamistischer Gruppen geworden. 2006 zählte Charlie Hebdo zu den wenigen Zeitschriften, welche die Mohammed-Karikaturen aus der dänischen Jyllands-Posten nachdruckten.

          Die Männer gingen offenbar sehr professionell vor. Das legen nach Einschätzung von Experten des „Figaro“ die Qualität der Ausrüstung der Angreifer sowie die professionelle Planung nahe. So drangen sie offenbar genau zur Zeit der Redaktionskonferenz in die Büros ein. Auch die Kaltblütigkeit zum Zeitpunkt der Tat sei ein Hinweis darauf. Einen Polizisten töteten sie durch einen gezielten Kopfschuss.

          Der Polizist Emmanuel Quemener berichtet allerdings laut „Figaro“ auch, dass die Attentäter sich offenbar zunächst in der Adresse getäuscht hätten: Sie seien zuerst ins Haus Nummer 6 in der Rue Nicolas Appert gegangen, dort habe man ihnen gesagt, dass der Sitz von Charlie Hebdo im Haus Nummer 10 sei.
          Die Täter sind noch auf der Flucht. Ihren Fluchtwagen sollen sie nach kurzer Irrfahrt gewechselt haben.

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