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Italien-Kommentar : Zurück in der Krise

Der designierte italienische Ministerpräsident Carlo Cottarelli zusammen mit dem italienischen Staatspräsidenten Sergio Mattarella Bild: EPA

Schon die Liste der Ministerpräsidenten in diesem Jahrzehnt zeigt: Chaos und Instabilität lauern in Rom immer hinter der nächsten Ecke. Dabei könnte die EU ein verlässliches Italien gut brauchen.

          Berlusconi, Monti, Letta, Renzi, Gentiloni und jetzt, vielleicht nur für ein paar Monate, Cottarelli – schon die Liste der italienischen Ministerpräsidenten in diesem Jahrzehnt zeigt, worin sich das Land von den anderen (großen) EU-Ländern unterscheidet. Chaos und Instabilität lauern immer hinter der nächsten Ecke, und so ist es auch jetzt wieder; wobei die italienische Wirtschaft gar nicht so schlecht dasteht.

          Wie soll die Kraft für grundlegende Reformen aufgebracht werden, wenn die Regierungen auf notorisch wackligen Füßen stehen? Dabei wäre es für die EU nicht das schlechteste, wenn Italien ein starker, berechenbarer Faktor wäre, der kraftvoll an der Zukunftsfähigkeit der Union mitarbeitete. Nun aber verliert das Land das vielleicht wichtigste Kapital: Vertrauen. Es wird aufgefressen von neuen politischen Risiken.

          Wenn es tatsächlich im Herbst zu einem Wahlkampf kommt, in dem es im Kern um die europäische Zukunft des Landes geht, stehen die Wähler vor einer existentiellen Entscheidung. Doch das europäische Panorama, das sich leicht aufgehellt hatte, verdüstert sich schon jetzt.

          Klaus-Dieter Frankenberger

          verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

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