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Nach öffentlicher Kritik : Nichte von geistlichem Oberhaupt Irans festgenommen

  • Aktualisiert am

Ali Chamenei während einer Veranstaltung in Teheran (26. Oktober) Bild: AP

In einem Youtube-Video kritisierte Farideh Moradchani, die Nichte von Ayatollah Ali Chamenei, die iranische Führung. Nun muss sie für ihre Aussagen ins Gefängnis – dort sitzt sie nicht zum ersten Mal.

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          In Iran ist eine Nichte des geistlichen Oberhaupts Ayatollah Ali Chamenei festgenommen worden, offenbar weil sie scharfe Kritik an der Führung in Teheran geäußert hatte. Wie der Bruder von Farideh Moradchani, Mahmud Moradchani, am Wochenende im Kurzbotschaftendienst Twitter schrieb, war seine Schwester am Mittwoch festgenommen worden. In einem Video, das ihr Bruder bei Youtube teilte, bezeichnete sie die iranische Führung als „mörderisches und Kinder-tötendes Regime“.

          Moradchani ist die Tochter von Chameneis Schwester Badri, die sich in den 80er Jahren mit ihrer Familie überwarf und in den Irak floh. Ihre Tochter, die sich einen Namen als Gegnerin der Todesstrafe gemacht hat, saß bereits mehrfach in Iran im Gefängnis.

          In ihrem jüngsten Video kritisiert Farideh Moradchani auch eine mangelnde internationale Reaktion auf die Niederschlagung der derzeitigen Proteste in Iran. Die gegen Teheran verhängten Sanktionen nannte sie „lächerlich“ und beklagte, die Iraner würden in ihrem Kampf für Freiheit „alleine“ gelassen.

          Iran wird seit Mitte September von einer landesweiten Protestwelle erschüttert. Auslöser war der Tod der 22-jährigen Kurdin Mahsa Amini im Polizeigewahrsam – sie war von der Sittenpolizei festgenommen worden, weil sie ihr Kopftuch nicht ordnungsgemäß getragen haben soll. Die Behörden gehen mit zunehmender Härte gegen die Demonstrierenden vor. Der UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk spricht von über 300 Toten und 14.000 Festnahmen.

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