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Burma : Razzia bei Oppositionsführerin Suu Kyi

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Das Gesicht des friedlichen Widerstands in Burma: Aung San Suu Kyi Bild: dpa

Ein mysteriöser Vorfall hat zu einer Razzia bei Oppositionsführerin Suu Kyi in Rangun geführt. Vorausgegangen war die Festnahme eines Amerikaners, der zum Haus der Friedensnobelpreisträgerin geschwommen sein soll und dort mehrere Tage verbracht habe.

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          Bei einer Razzia sind am Donnerstag in Burma 40 Polizisten in das Haus von Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi eingedrungen. Das bestätigten Militärkreise in der Hafenstadt Rangun. Die 63 Jahre alte Suu Kyi lebt dort seit fast 19 Jahren fast ununterbrochen unter Hausarrest.

          Vorausgegangen war die Festnahme eines Amerikaners, der nach Angaben der Staatspresse heimlich drei Tage im Haus von Suu Kyi verbracht haben soll. Der mit einem Touristenvisum eingereiste Mann sei am Sonntag über einen See zu dem Anwesen geschwommen, berichtete die Zeitung „The New Light of Myanmar“ (Neues Licht von Burma). Dann sei er heimlich in das Haus eingedrungen. Zwei Tage später wurde er bei dem Versuch festgenommen, das Anwesen ebenfalls schwimmend wieder zu verlassen.

          Bei seiner Festnahme am Mittwochmorgen hatte der 53 Jahre alte Amerikaner nach ersten Angaben noch gesagt, er habe sich im See nur erfrischen wollen. Die Motive des Mannes waren zunächst unklar, auch die amerikanische Botschaft in Rangun untersuchte den Vorfall. Die Militärbehörden errichteten neue Barrikaden an der Straße, die an Suu Kyis Haus vorbeiführt.

          Der derzeitige Arrest der Friedensnobelpreisträgerin soll eigentlich Ende Mai enden. Die Behörden haben sich bislang nicht dazu geäußert, ob sie die Sanktion gegen die Politikerin aufrechterhalten wollen.

          Nachdem Frau Suu Kyi im Mai 2003 abermals eingesperrt worden war, hatten die Generäle den Freiheitsentzug jährlich verlängert. Seit den Wahlen, die ihre Nationale Liga für Demokratie (NLD) im Jahr 1990 mit großem Abstand gewonnen hatte, verbrachte Frau Suu Kyi insgesamt zwölf Jahre in Hausarrest. Nach geltendem burmesischen Recht dürfen Personen ohne Verurteilung nicht länger als fünf Jahre festgehalten werden. Ein Verfahren gegen Frau Suu Kyi hat nie stattgefunden und ist bisher auch nicht angekündigt worden.

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