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Kurz vor Merkels Besuch : Mehrere Tote bei Angriff auf Kirche in Burkina Faso

  • Aktualisiert am

Operation französischer Soldaten in Mali nahe der Grenze zu Burkina Faso im März Bild: AFP

Unter den Opfern des Anschlags auf eine protestantische Kirche soll auch der Pfarrer sein. In wenigen Tagen besucht Bundeskanzlerin Merkel das Land, es geht um den Kampf gegen Terroristen.

          Beim Angriff auf eine protestantische Kirche in Burkina Faso sind am Sonntag sechs Menschen getötet worden. Auch der Pfarrer sei unter den Todesopfern, hieß es am Montag aus Sicherheitskreisen. Die Menschen sollen erschossen worden sein, bevor die Täter auf einem Motorrad flüchten konnten. Der Angriff ereignete sich den Angaben zufolge bereits am Sonntag am Ende des Gottesdienstes in Silgadji rund 60 Kilometer von der Stadt Djibo entfernt im Norden des Landes.

          Bundeskanzlerin Angela Merkel tritt am Mittwoch eine dreitägige Reise in die Staaten Burkina Faso, Mali und Niger an, in denen islamistische Gruppen immer wieder Angriffe und Anschläge verüben. In Burkina Fasos Hauptstadt Ouagadougou wird Merkel bilaterale Gespräche mit Präsident Roch Marc Kaboré führen. Im Anschluss ist ein Treffen mit den Staatspräsidenten der Antiterrorallianz G5 geplant, zu der sich Burkina Faso und vier andere Sahelstaaten zusammengeschlossen haben.

          Die G-5-Staaten haben eine gemeinsame Truppe zum Kampf gegen Dschihadisten gebildet. Bei einem Besuch Kaborés in Berlin im Februar hatten Deutschland und Burkina Faso eine engere Zusammenarbeit im Kampf gegen den Terrorismus vereinbart. Merkel sagte damals zu, die deutsche Beratertätigkeit für die dortigen Sicherheitskräfte auszuweiten.

          In Burkina Faso hat sich die Gewalt nach dem Machtwechsel Ende 2015 ausgebreitet. In der gut einjährigen Phase zwischen dem Rücktritt von Langzeitherrscher Blaise Compaore im Oktober 2014 und den Wahlen im November 2015 entstand ein Machtvakuum. Im Januar 2016 kam es zum ersten schweren Terroranschlag in Zentrum Ouagadougous mit 30 Toten. Heute gibt es im Norden mitunter mehrmals pro Woche Angriffe. Der Organisation Human Rights Watch zufolge töteten Islamisten und die gegen sie kämpfende Armee in den vergangenen Monaten mehr als 150 Menschen im Norden des Landes. Es ist aber wohl das erste Mal, dass gezielt eine Kirche angegriffen wurde.

          Burkina Faso wird stark von der Entwicklung im Nachbarstaat Mali beeinflusst, der bereits 2012 in eine schwere Krise stürzte. Die International Crisis Group mit Sitz in Brüssel beobachtet aktuell in beiden Ländern eine Verschlechterung der Sicherheitslage. In Mali könnte sie nach Einschätzung der Forscher sogar eskalieren. Dort ist seit 2013 die UN-Mission Minusma im Einsatz, für die aktuell rund 13.000 Soldaten und 1750 Polizisten im Land stationiert sind. Hinzu kommt die EU-Ausbildungsmission.

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