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Bundeswehr in Mali : Wieder Zwischenfall mit Hubschrauber

  • Aktualisiert am

Ein Bundeswehr-Hubschrauber vom Typ Tiger vergangenen März in Gao. Bild: Marc Tessensohn/Bundeswehr/dpa

Wenige Monate nach einem tödlichen Absturz fällt bei einem Bundeswehr-Hubschrauber in Mali beim Abheben offenbar das Triebwerk aus. Die Situation in dem westafrikanischen Land bleibt schwierig.

          Bei dem Bundeswehreinsatz in Mali hat es einem Zeitungsbericht zufolge abermals einen Zwischenfall mit einem Hubschrauber gegeben. Während des Abhebens eines NH90-Transporthubschraubers auf dem Flugfeld im deutschen Feldlager in Gao sei ein Triebwerk ausgefallen, berichtete die „Welt“ unter Berufung auf das Luftfahrtamt der Bundeswehr.

          Der Hubschrauber sei „ohne weitere Beschädigungen“ gelandet. Soldaten seien bei dem Zwischenfall am 14. September nicht verletzt worden. Demnach handelte es sich um einen Probeflug nach dem Auswechseln des Triebwerks. Das schadhafte Triebwerk wird dem Bericht zufolge für weitere Untersuchungen zurück nach Deutschland geschickt. Da es keine Hinweise auf „einen systemischen Fehler“ gebe, dürfte sich der Vorfall nicht auf die Einsatzbereitschaft der NH90-Flotte auswirken, erklärte die Bundeswehr demnach.

          Ein Bundeswehr-Kampfhubschrauber vom Typ Tiger war am 26. Juli in Mali abgestürzt, die beiden Piloten kamen ums Leben. Die Bundeswehr hat umfängliche Ermittlungen zur Ursache eingeleitet, die noch mehrere Monate in Anspruch nehmen könnten.

          Die Bundeswehr unterstützt im malischen Gao mit rund 900 Soldaten die UN-Mission Minusma, die als einer der gefährlichsten UN-Einsätze weltweit gilt. Ziel ist die Stabilisierung des krisengeschüttelten westafrikanischen Landes. Außerdem unterstützt die Bundeswehr in Mali eine EU-Ausbildungsmission.

          Kinder leiden unter Konflikt in Mali

          Unterdessen teilte Amnesty International mit, die anhaltende Instabilität in Mali hindere mehr als 150.000 Kinder am Schulbesuch. Im Norden und im Zentrum des Landes seien wegen des Konfliktes mehr als 500 Schulen geschlossen, erklärte die Menschenrechtsorganisation. Das Problem betrifft demnach auch die Region um Gao, wo die Bundeswehrsoldaten stationiert sind. „Zehntausende Kinder zahlen einen hohen Preis dafür, dass Gewalt und Instabilität im Norden anhalten und sich jetzt auch im Zentrum Malis ausgebreitet haben“, erklärte Amnestys Westafrika-Experte Gaetan Mootoo. Viele Schulen seien von bewaffneten Gruppen angegriffen worden.

          Im Norden sind Milizen aktiv, die in den vergangenen Monaten auch zunehmend Angriffe im Zentrum des Landes ausgeführt haben. Die Weiten der Sahara im Norden gelten indes als Rückzugsgebiet islamistischer Terroristen, die Verbindungen zu Al-Qaida haben.

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