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Bundeswehr in Mali : Eine Zumutung an Einsatzbedingungen

Heimwärts: Ein Wegweiser der Bundeswehr im Feldlager in Gao Bild: Imago

In Mali ist ein Flugzeug gelandet, mit dem die Bundeswehr Truppen ablösen kann. Aber die Zweifel an der Mission bleiben. Immer mehr deutsche Soldaten fühlen sich im Stich gelassen.

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          Seit 5.47 Uhr wuchs im deutschen Feldlager in Gao die Hoffnung, dass es diesmal klappen könnte. In Köln war ein Flugzeug mit Kurs auf Bamako gestartet. Die Soldaten im Camp Castor, denen das Militärregime in Mali seit Wochen die Heimreise verweigert, hatten noch am Vorabend ungute Nachrichten aus Berlin erhalten. Dort hatte die Parlamentarische Staatssekretärin Siemtje Möller (SPD) den Obleuten des Verteidigungsausschusses gesagt, dass es zu einem abermaligen Landeverbot kommen könne. Man habe „so weit wie möglich sämtliche uns bekannten administrativen Vorgaben erfüllt“, doch eine förmliche Bewilligung durch Mali stehe noch aus.

          Peter Carstens
          Politischer Korrespondent in Berlin
          Johannes Leithäuser
          Politischer Korrespondent in Berlin.

          Die Auskünfte machten abermals die Bittstellerrolle der Bundeswehr im Dauerstreit mit der malischen Regierung deutlich. Seit fast einem Monat blockieren die Machthaber in Mali Flüge der UN-Mission MINUSMA. Das galt auch für Versorgungsflüge. Gegenüber den Abgeordneten, so wird berichtet, habe Möller hinzugefügt, dass die Versorgung des Einsatzkontingents „dank umfangreicher Lagerbestände für die nächsten Wochen sichergestellt“ sei. Mit anderen Worten: Die deutschen Geiseln der malischen Regierung werden nicht verhungern.

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