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Autobombe in Mali : Kramp-Karrenbauer: Zwölf deutsche Soldaten verwundet

Ein Soldat der Bundeswehr steht mit einem Sturmgewehr vom Typ G36 am Flughafen nahe des Stützpunktes in Gao im Norden Malis. (Archivbild) Bild: dpa

In Mali sind bei einem Anschlag zwölf Bundeswehrsoldaten verwundet worden. Sie gehören zur UN-Truppe Minusma. Im Norden des Landes sind islamische Terrorgruppen aktiv.

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          Bei einem Sprengstoffanschlag im Norden Malis sind zwölf Soldaten der Bundeswehr verwundet worden, drei von ihnen nach Angaben von Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer schwer. Ein weiterer UN-Soldat sei ebenfalls verletzt, sagte die Ministerin am späten Freitagnachmittag in Bonn.

          Johannes Leithäuser
          Politischer Korrespondent in Berlin.
          Michaela Wiegel
          Politische Korrespondentin mit Sitz in Paris.

          Zwei der Schwerverletzten seien inzwischen in einem stabilen Zustand, der dritte werde operiert. „Ihm gelten unsere besonderen Gedanken“, sagte Kramp-Karrenbauer. Die Schwerverletzten sollten am
          Samstagmorgen per Evakuierungsflugzeug nach Deutschland zurückgebracht werden.

          Der Angriff auf das deutsche Kontingent habe sich um 8.28 Uhr mitteleuropäischer Zeit ereignet, sagte Kramp-Karrenbauer. Laut der Führung der UN-Mission MINUSMA explodierte die Autobombe rund 180 Kilometer nördlich der Stadt Gao, wo das deutsche Kontingent der UN-Mission im Wesentlichen stationiert ist. Die Vereinten Nationen hatten zunächst von 15 Verletzten gesprochen.

          Schwerverletzte wurden nach Niger ausgeflogen

          Die Schwerverletzten wurden mit dem Hubschrauber in das benachbarte Niger transportiert und vom dort eingerichteten deutschen Lufttransport-Stützpunkt mit medizinischer Betreuung ausgeflogen. Im Norden Malis sind mehrere islamistische Terrorgruppen aktiv. Die UN-Mission in dem Land dient der Friedenssicherung, einen Auftrag zur Terrorbekämpfung hat sie nicht. Diese Funktion übt seit mehreren Jahren die Mission Barkhane unter französischer Führung aus.

          Da eine wirksame Eindämmung der Terrorbedrohung bisher nicht gelungen ist, kündigte der französische Staatspräsident Emmanuel Macron kürzlich an, die Truppen seines Landes in Mali zu verringern und die Sicherungsstrategie für die gesamte Sahel-Region zu überdenken. Die Bundeswehr ist an Barkhane nicht beteiligt. Ihre rund 1000 in Mali stationierten Soldaten verteilen sich auf MINUSMA und die europäische Ausbildungsmission EUTM.

          Der Bundestag hat die deutsche Beteiligung an beiden Missionen trotz der steigenden Gefahr im Einsatzgebiet jüngst bis Ende Mai 2022 verlängert. Schon seit einiger Zeit wird in der Führung der Bundeswehr der Einsatz in Mali als die gefährlichste deutsche Auslandsmission bewertet. Hinzu kommen seit einem Jahr politische Unwägbarkeiten.

          Nach zwei Militärputschen richteten sich auch Fragen an das Engagement der Bundeswehr in dem Land, zumal nachdem sich herausgestellt hatte, dass der Anführer Assimi Goita auch schon von Ausbildungshilfen der Bundeswehr profitierte und nach einer Sprachausbildung im Jahr 2008 unter anderem an einem Lehrgang für Kompaniechefs in Deutschland teilgenommen hatte.

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