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Bundeswehr in Kabul : Im Extremeinsatz

Unter Volllast: Am Donnerstag verbreitete auch die Bundeswehr ein Bild aus dem Inneren eines Militärtransporters nach der Landung in Taschkent. Bild: Reuters

Elf Tage lang halfen 200 Soldaten der Bundeswehr, den Flughafen von Kabul zu sichern. Sie wollten Tausende vor den Taliban in Sicherheit bringen. Es war ein Kampf gegen die Uhr – und gegen viele Ungewissheiten.

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          Seit Wochen hielten sich spezialisierte Kräfte der Luftlandebrigade, Kommandosoldaten, Sanitäter und Militärmaschinen des Lufttransportgeschwaders 62 bereit. Für die letzten Tage des deutschen Afghanistan-Einsatzes in Mazar-i-Sharif waren sie als Reserve eingeplant, falls es beim Verlassen von Camp Marmal im Norden des Landes noch Angriffe gäbe.

          Peter Carstens
          Politischer Korrespondent in Berlin

          „In extremis“ heißt diese Lage im Militär. Doch was dann kam, war extremer als alles, was den Soldatinnen und Soldaten bis dahin abverlangt wurde. Denn urplötzlich ergriffen die Taliban-Kämpfer Mitte August die Macht. Die afghanische Armee kämpfte nicht, die Regierung setzte sich ins Ausland ab, Kabul fiel binnen Stunden. Nicht nur Hunderttausende Afghanen gerieten in Angst und Schrecken, sondern auch Zehntausende Ausländer, Diplomaten, Geheimagenten, Contractors, Entwicklungshelfer. Es gab kein Halten mehr, alle wollten raus.

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