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Bundeswehr in Afghanistan : Der Tag, der alles veränderte

Trauerfeier für die getöteten Soldaten in Selsingen am 9. April 2010. Bild: Reuters

Vor zehn Jahren geriet die Bundeswehr in Afghanistan in einen Hinterhalt der Taliban. Seit diesem Zwischenfall ist eines klar: In dem Land herrscht Krieg.

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          In Deutschland nannte man es noch immer eine Friedensmission, aber in Afghanistan herrschte längst Krieg. Zehn Jahre ist es jetzt her, dass der Karfreitag so manches änderte. Bei dem bis dahin schwersten Gefecht kämpften deutsche Fallschirmjäger stundenlang gegen überlegene Taliban-Kräfte. Drei Soldaten starben, acht wurden verletzt. Deutschland war schockiert.

          Peter Carstens
          Politischer Korrespondent in Berlin

          Denn damit hatten viele nicht gerechnet. In den Berichten der Bundesregierung war von Wiederaufbau und „Provincial Reconstruction Teams“ (PRT) die Rede, Infrastruktur sollte rekonstruiert werden, Brunnen, Brücken, Schulen. Im deutschen Feldlager am östlichen Ufer des Kundus-Flusses wurden die Helfer jedoch längst mit Mörsergranaten und Raketen beschossen, besonders nachts. Dann rannten alle in Sandsackbunker. Zurückgeschossen wurde nicht, die deutsche Doktrin lautete: Verbessere die wirtschaftliche Situation der Angreifer, dann werden sie damit aufhören. Die schwarz-gelbe Bundesregierung weigerte sich, schwere Artillerie und Panzer nach Kundus zu verlegen. Außenminister Guido Westerwelle (FDP) vermied noch im Februar 2010 das Wort „Krieg“ und sprach im Bundestag von einem „nichtinternationalen bewaffneten Konflikt“ in Afghanistan.

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