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Bundeswehr gegen den IS : Rückzug von der Anti-Terror-Front?

Bald weg? Deutsche Soldaten vor einem Tornado-Flieger in Jordanien Bild: dpa

Der „Islamische Staat“ hat viele Rückschläge erlitten, ist aber längst nicht besiegt. Das Bundeswehrmandat endet bald. Viele Soldaten warten auf eine Entscheidung.

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          In wenigen Wochen endet für die Bundeswehr das Mandat zur Bekämpfung des „Islamischen Staates“ (IS). Sofern das Parlament nichts anderes beschließt, kehren die Tornado-Flieger in Jordanien, die Militär-Ausbilder in Bagdad und die Aufbauhelfer in Arbil ab dem 1. November heim. Der Abzug käme möglicherweise zu früh. Der „Islamische Staat“ hat sein Kalifat zwar weitgehend eingebüßt, aber seine militärischen Strukturen existieren regional noch weiter. Alle Mittel des Terrors kommen zur Anwendung, nach wie vor gelten Hunderte Frauen aus der Region als Geiseln und Sklavinnen der Banden, die ihr Tun religiös rechtfertigen. Das Ziel der Mission ist noch nicht erfüllt, und vor allem ist der Irak allein nicht in der Lage, einen erstarkenden IS erfolgreich zu bekämpfen.

          Peter Carstens
          Politischer Korrespondent in Berlin

          Das jedenfalls sagen die deutschen Soldaten und ihre Offiziere, wenn man sie fragt. Das sagen auch amerikanische und britische Generäle, Vertreter der regionalen Regierungen, Diplomaten, Mitarbeiter von Nichtregierungsorganisationen, deutsche Entwicklungshelfer. Kurzum: fast alle, mit denen Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) vorige Woche in Amman, Bagdad und Arbil gesprochen hat. Sie möchte das Nahost-Mandat deshalb entgegen früherer Planung fortsetzen.

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