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Nach wochenlanger Blockade : Truppentransport der Bundeswehr nach Mali gestartet

An der UN-Mission MINUSMA beteiligte Soldaten der Bundeswehr verlassen im April einen Platz im Camp Castor in Gao. Bild: dpa

Erstmals seit mehreren Wochen können Angehörige des Bundeswehr-Kontingents in Mali ausgetauscht werden. Eine Charter-Maschine ist am Donnerstagvormittag in Deutschland gestartet.

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          Nach wochenlanger Blockade durch das malische Militärregime ist am Donnerstag erstmals wieder ein Truppentransport aus Deutschland gestartet, um Angehörige des Bundeswehr-Kontingents auszutauschen. Wie das Einsatzführungskommando mitteilte, startete die Charter-Maschine einer privaten Fluggesellschaft um kurz vor sechs in Köln. An Bord befanden sich etwa 90 Soldaten, die überwiegend bei der Mali-Mission der Vereinten Nationen (MINUSMA) eingesetzt werden sollen. Das Flugzeug soll am Mittag in Mali eintreffen.

          Peter Carstens
          Politischer Korrespondent in Berlin

          Noch am Vorabend war unklar gewesen, ob das Flugzeug eine Landeerlaubnis bekommen würde, nachdem ein für Freitag voriger Woche geplanter Flug mit mehr als 130 Infanteristen keine entsprechende Genehmigung durch die Junta erhalten hatte. Daraufhin hatte Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) das deutsche MINUSMA-Engagement ausgesetzt. Am gestrigen Mittwochabend waren die Obleute des Verteidigungsausschusses vom Ministerium darüber informiert worden, dass der Flug wieder verboten werden könnte. Eine förmliche Bewilligung war bis zum Abend nicht in Berlin eingegangen.

          Die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses, Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP), sagte am Morgen: „Wir können uns nicht erlauben, von der Putschisten-Regierung an der Nase herum geführt zu werden.“ Die andauernden Schikanen seien „inakzeptabel“. Der Obmann der AfD im Verteidigungsausschuss, Rüdiger Lucassen, sagte, es handele sich bei dem Gebaren des Regimes in Bamako eindeutig um eine „staatliche Erpressung“ Deutschlands durch Mali. „Seit Gründung der Bundesrepublik gibt es einen Grundsatz: Der Staat darf sich nicht erpressen lassen. Die aktuelle Bundesregierung verlässt diesen Kurs und macht sich erpressbar.“ Lucassen forderte den Abzug aus Mali.

          Für die Bundesregierung hatte hingegen die SPD-Politikerin Siemtje Möller mitgeteilt, man wolle sich grundsätzlich weiter im Rahmen von MINUSMA in Mali engagieren. Nach dem Abzug Frankreichs ist Deutschland der letzte verbliebene größere Truppensteller des Westens in der Mission.

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