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UN-Mission in Mali : Im Wüstenstaub lauert der Tod

  • -Aktualisiert am

Bild: Marco Seliger

Bundeswehr-Fernspäher in Mali arbeiten meist lautlos und verdeckt. Sie legen weite Wege zurück – und könnten jederzeit auf feindliche Milizen treffen. Wir begleiten sie auf ihrer gefährlichen Mission.

          8 Min.

          Operation „Heimdall“ beginnt mit einer Panne. Hinter der Ausfahrt von Camp Castor laden die Soldaten die Waffen auf ihren gepanzerten Fahrzeugen durch. Letzte Vorbereitungen auf einer Patrouille durch Terroristengebiet, die sie nach einem Gott in der nordischen Mythologie benannt haben. Noch ist die Luft kühl und klar. In einer Stunde aber, wenn die Sonne aufgeht, wird sie von rotem Wüstensand durchsetzt sein. Er gelangt überallhin, auch in die Waffen, immer wieder von neuem. „Das MG streikt“, sagt der Chef leise und blickt nach oben auf eines der Fahrzeuge, wo sich ein Soldat im Licht einer Taschenlampe an dem Maschinengewehr zu schaffen macht. „Wahrscheinlich hat der Sand die elektronische Steuerung lahmgelegt.“ Dann steckt er sich eine Zigarette in den Mund, kurz erhellt der Schein des Feuerzeugs sein Gesicht. Der Fahrer sitzt startbereit auf seinem Sitz und flucht über die Verzögerung: „Das kotzt mich an.“

          Ein Februartag in Gao, Nordmali, ein Fernspähzug aus dem niedersächsischen Seedorf kämpft noch mit den Schwierigkeiten der Anfangsphase. Seit zwei Wochen ist der Chef mit 120 Männern der Luftlandeaufklärungskompanie 310 hier. Sie gehören zu gut achthundert deutschen Soldaten, die seit zwei Jahren am Rand der Sahara im Einsatz für die Vereinten Nationen sind. Ihre Aufgabe ist es, der UN-Mission Minusma ein besseres Bild von der Lage in Nordmali zu verschaffen. Dazu haben sie Aufklärungsdrohnen, Transport- und Kampfhubschrauber sowie gepanzerte Autos mitgebracht. Damit sind die Soldaten außerhalb des Feldlagers unterwegs, um in den Orten Informationen zu sammeln. „Rainer, wie sieht’s aus, kriegt ihr das MG wieder hin?“, fragt der Chef den Patrouillenführer. Rainer ist ein schwarzhaariger, gedrungener Hauptfeldwebel mit breitem Kreuz. „Nein. Wir müssen zurück ins Lager, um ein Ersatzfahrzeug zu besorgen“, antwortet Rainer. Der Chef nickt stumm. „Das passiert immer wieder“, sagt er. „Hitze, Sand und Staub sind Gift für das Gerät.“

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