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Vor Bundeswehr-Abzug : Großteil der Ortskräfte aus Afghanistan will nach Deutschland

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Ein Bundeswehrsoldat (l) und ein Dolmetscher (r) sprechen nahe Kundus im Distrikt von Char Darreh mit einem Mann. Bild: dpa

Vor dem Ende des Bundeswehr-Einsatzes in Afghanistan suchen 80 Prozent der einheimischen Mitarbeiter in Deutschland Schutz. Über ihre Aufnahme müssen nun offizielle Stellen entscheiden.

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          Vor dem Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan will ein großer Teil der einheimischen Mitarbeiter Schutz in Deutschland bekommen. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur haben inzwischen mehr als 450 der sogenannten Ortskräfte, die aktuell oder in den vergangenen beiden Jahren in dem Land beschäftigt waren, einen entsprechenden Antrag gestellt. Das sind mehr als 80 Prozent der Menschen in dieser Gruppe. Zu ihnen kommen meist noch Familienangehörige.

          Darüber hinaus gibt es etwa 300 Anträge von Afghanen, die in früherer Zeit als Helfer eingestellt waren, aber innerhalb der geltenden Zweijahresfrist keine Gefährdung angezeigt hatten. Unter ihnen können auch Beschäftigte von Vertragsfirmen sein, die nicht unmittelbar bei der Bundeswehr angestellt waren. Wie und ob auch ihre Fälle neu zu bewerten sind, ist eine Entscheidung, die politisch noch nicht getroffen ist.

          Über die Aufnahme als Teil des Ortskräfteprogramms entscheiden Auswärtiges Amt und Bundesinnenministerium. Die Bundeswehr leistet in Afghanistan Amtshilfe bei der Organisation. Dazu gehören auch die Erfassung der Daten sowie biometrischer Merkmale. Diese werden für die Erteilung von Visa oder eines Passersatzes – eines sogenannten Reiseausweises für Ausländer – benötigt.

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