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Schäuble zur Ibiza-Affäre : „Irgendwie riecht’ s nach Geheimdienst“

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Wolfgang Schäuble am 16. April in seinem Büro in Berlin Bild: dpa

Vor Freiburger Gymnasiasten sagt der Bundestagspräsident, warum er dieses Szenario für denkbar hält.

          1 Min.

          Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble hält es für möglich, dass ein Geheimdienst hinter der Ibiza-Affäre steckt, die den ehemaligen österreichischen Vizekanzler und FPÖ-Politiker Strache zu Fall gebracht hat. Das geht aus einem Auftritt des 76 Jahre alten CDU-Politikers am Montag vor Schülern eines Freiburger Gymnasiums hervor. Das berichtet die Zeitschrift „Stern“ und beruft sich dabei auf einen Mitschnitt von Schäubles Äußerungen, die der Redaktion vorlägen.

          Aus den Zitaten geht hervor, dass der ehemalige Bundesinnenminister ein Geheimdienst-Szenario für denkbar hält. „Hat man gedacht, man kann den erpressen?“, so Schäuble demnach. „Hat man ihn vielleicht die letzten zwei Jahre schon erpresst?“ Kompromittierendes Videomaterial als Dauerdruckmittel gegen Strache – wer kann so eine Falle von langer Hand planen, ausheben und sie dann auch zuschnappen lassen? Schäuble gibt die für ihn plausible Antwort selbst: Ziemlich viel Organisations- und Finanzkraft müsse dahinterstecken.

          Das Theater, das für Strache auf Ibiza aufgeführt worden sei, scheine recht plausibel gewesen zu sein. Um in die Falle zu tappen, habe Strache „kein kompletter Idiot sein“ müssen. Schäubles Fazit: „Irgendwie riecht’ s nach Geheimdienst.“

          Für die übrigen W-Fragen liefert seine Vermutung dem Bundestagspräsidenten freilich dennoch keine weiteren Erkenntnisse. Wer es war, welches Ziel der Akteur verfolgt und warum er gerade jetzt das Material veröffentlichte, bleibt auch für ihn völlig offen.

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