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Zahlen der Bundesregierung : Fast eine Milliarde Euro für amerikanische Truppen

  • Aktualisiert am

Der Flughafen Ramstein im Juni Bild: dpa

Rund 100 Millionen Euro hat die Bundesregierung in den vergangenen zehn Jahren jeweils für die Stationierung der amerikanischen Armee in Deutschland gezahlt. Das ist nur ein Bruchteil der Washingtoner Ausgaben.

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          Die Bundesregierung hat in den vergangenen zehn Jahren fast eine Milliarde Euro für die Stationierung von amerikanischen Truppen in Deutschland gezahlt. Mit 648,5 Millionen Euro entfielen etwa zwei Drittel davon auf Zuschüsse für Baumaßnahmen und 333,9 Millionen auf sogenannte Verteidigungsfolgekosten. Dazu zählen vor allem Beihilfezahlungen an ehemalige Beschäftigte der amerikanischen Streitkräfte, die Behebung von durch amerikanische Soldaten verursachte Schäden und die Erstattung von amerikanischen Investitionen an ehemaligen Truppen-Standorten. Das geht aus einer Antwort des Finanzministeriums auf eine Anfrage der Linken-Bundestagsabgeordneten Brigitte Freihold hervor.

          Die Vereinigten Staaten zahlen für die Truppenstationierung allerdings ein Vielfaches von dem, was Deutschland dafür aufbringt. Das Verteidigungsministerium in Washington schätzt die Aufwendungen für 2020 in einem Budgetpapier aus dem vergangenen Jahr auf rund 8,125 Milliarden Dollar (7,234 Milliarden Euro). Das ist 55 Mal so viel wie die 132,4 Millionen Euro, die Deutschland im vergangenen Jahr gezahlt hat.

          Kein anderer Truppenstandort kommt den amerikanischen Steuerzahlern teurer zu stehen. Allerdings profitieren die Truppen in ganz Europa und weit darüber hinaus von den Stützpunkten in Deutschland. Über Ramstein in Rheinland-Pfalz läuft die Versorgung der Einsätze im Irak oder in Afghanistan, im benachbarten Landstuhl steht das größte amerikanische Militärkrankenhaus außerhalb der Vereinigten Staaten, in Stuttgart befinden sich die Kommandozentralen für die amerikanischen Streitkräfte in Europa und in Afrika, das hessischen Wiesbaden beherbergt die Zentrale der US-Army in Europa und im bayerischen Grafenwöhr gibt es einen der größten Truppenübungsplätze Europas.

          Insgesamt sind knapp 35.000 amerikanische Soldaten in Deutschland. Präsident Donald Trump hat angekündigt, 9500 davon abziehen zu wollen. Er begründete den Schritt damit, dass Deutschland zu wenig für Verteidigung ausgebe.

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