Bundesregierung und Taiwan :
Keine Glückwünsche für die Präsidentin

Von Friederike Böge, Peking
Lesezeit: 3 Min.
Nur wenig Gratulanten aus dem Ausland: Taiwans Präsident Tsai Ing-wen
Taiwan ist eine Vorzeigedemokratie. Trotzdem hat die Bundesregierung Präsidentin Tsai Ing-wen nicht zu ihrer Wiederwahl gratuliert – aus Rücksicht auf China.

Der diplomatische Umgang mit Taiwan ist ein Eiertanz. Besonders deutlich wird das alle vier Jahre, wenn auf der Insel gewählt wird. Einerseits präsentiert sich Taiwan dann als Vorzeigedemokratie, in der Hunderttausende begeistert ihre Kandidaten feiern und die Auszählung westlichen Standards an Transparenz gerecht wird. Die chinesische Diaspora pilgert dann nach Taiwan, um die einzigen wirklich freien Wahlen in der chinesischsprachigen Welt mitzuerleben. Andererseits fallen die internationalen Reaktionen ausgesprochen schmallippig aus. Auch die der Bundesregierung: Auf die Frage, ob sie der Wahlsiegerin Präsidentin Tsai Ing-wen denn schon gratuliert habe, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in der Bundespressekonferenz: „Nein, dazu kann ich Ihnen nichts berichten.“ Zur Wahl selbst äußerte er: „Wir begrüßen, dass das freie und demokratische Wahlen waren, die reibungslos und friedlich verlaufen sind.“

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