https://www.faz.net/-gpf-9bjyg

Asyldebatte : Bulgarien will EU-Außengrenzen schließen

  • Aktualisiert am

Fordert Grenzschließung: Bojko Borissow Bild: AFP

Bulgariens Ministerpräsident fordert Hilfe für die EU-Staaten „auf der ersten Linie“. Migranten sollten demzufolge an der Grenze zurückgewiesen werden. Das will er auch auf dem Treffen in Brüssel am Sonntag vorschlagen.

          Bulgarien will bei dem geplanten Spitzentreffen von 16 EU-Staaten zur Asylpolitik vorschlagen, die Außengrenzen des Staatenverbunds zu schließen. Ministerpräsident Bojko Borissow sprach sich während eines Telefonats mit seinem ungarischen Kollegen Viktor Orban für „unverzügliche Maßnahmen zur Schließung der EU-Außengrenzen und für strenge Kontrollen an den EU-Binnengrenzen“ aus, wie bulgarische Medien am Samstag unter Berufung auf die Regierung berichteten.

          Die südeuropäischen EU-Staaten „auf der ersten Linie“ sollten dazu nach Borissows Darstellung rasche Hilfe in Form von Technik, Finanzmitteln und verstärkter Präsenz der Europäischen Grenzschutzagentur Frontex erhalten. Bulgarien hat zurzeit den EU-Ratsvorsitz inne.

          Borissow will den Berichten zufolge bei dem Treffen in Brüssel auch den Bau von Flüchtlingszentren außerhalb des EU-Gebiets vorschlagen. Dort solle geprüft werden, welche Migranten Flüchtlingsschutz erhalten können.

          Migranten, die illegal in die EU gekommen und nicht asylberechtigt sind, sollen Borissow zufolge schnell in ihre Heimat oder ins erste sichere Land, durch das sie vor Betreten des EU-Gebiets gereist sind, zurückgewiesen werden. Bulgarien könne ebenso wie Griechenland, Italien und Spanien nicht damit einverstanden sein, dass Migranten, die sich bereits in der EU aufhalten, in die Staaten zurückgeschickt werden sollen, wo sie erstmals registriert wurden. „Dies würde die Situation in diesen Ländern erschweren“, warnt Borissow.

          Die CSU will Asylbewerber an der deutschen Grenze abweisen, wenn diese bereits in einem anderen EU-Land registriert wurden. Die CSU-Spitze hat Kanzlerin Angela Merkel (CDU) bis Ende dieses Monats Zeit gegeben, die von ihr favorisierte europäische Lösung mit bilateralen Rücknahme-Vereinbarungen zu erreichen. An diesem Sonntag wollen sich die Staats- und Regierungschefs von 16 der 28 EU-Staaten treffen, um an einer Lösung zu arbeiten.

          Weitere Themen

          „Eine erzwungene Renationalisierung“

          Brexit und Nordirland : „Eine erzwungene Renationalisierung“

          Die Frage, ob und wie der Brexit kommt, hängt vor allem an Nordirland. Nach dem Bombenanschlag vom Wochenende wächst auf der Insel die Angst, eine harte Grenze könnte den Jahrzehnte alten Konflikt wieder entzünden.

          Israel wehrt Rakete ab Video-Seite öffnen

          Über Skigebiet in Golanhöhen : Israel wehrt Rakete ab

          Über einem Skigebiet in den Golanhöhen wurde nach Angaben der israelischen Armee eine Rakete abgefangen. Von wo das Geschoss abgefeuert wurde ist bisher unbekannt.

          Topmeldungen

          Liveblog zum Brexit : „Plan A 2.0“ statt „Plan B“

          +++ May will mit EU erneut über Nordirland-Auffanglösung verhandeln +++ Kein zweites Referendum +++ Corbyn: „nichts Neues“ +++ Alle Entwicklungen im FAZ.NET-Liveblog. +++
          Mehr als 4 Milliarden Euro flossen 2018 in die deutsche Hauptstadt.

          11,45 Milliarden Euro : Bayern zahlt mehr als die Hälfte

          Bayern klagt seit langem über die hohen Zahlungen an andere Länder. Bald soll der Länderfinanzausgleich auf neue Füße gestellt werden. Das soll die Zahlungen verschleiern – bisher profitiert vor allem ein Bundesland davon.

          Obdachlosencamp geräumt : Berliner Empörungsritual

          Nachdem die Polizei in Berlin ein Camp von Obdachlosen geräumt hat, fühlt sich ein Linken-Politiker an das berüchtigte Gefangenenlager Guantanamo erinnert. Aussagen des grünen Bezirksbürgermeisters zeigen ein anderes Bild.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.