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Bulgarien : Weiter Ermittlungen um Anschlag von Burgas

Bei der Trauerfeier für eines der Opfer des Attentats von Burgas Bild: AFP

Die bulgarische Regierung hält ein erstes Bekennerschreiben nach dem Anschlag von Burgas für unglaubwürdig. Israels Ministerpräsident Netanjahu sagte, es gebe Beweise, dass die von Iran unterstützte Hizbullah-Miliz für die Tat verantwortlich sei.

          Die bulgarische Regierung hat ein erstes Selbstbezichtigungsschreiben nach dem Terroranschlag von Burgas als unglaubwürdig bezeichnet. Am Wochenende hatte eine Gruppe mit dem Namen „Qaidat al Dschihad“ gegenüber dem christlichen libanesischen Internetportal „El Nashra“ behauptet, das Attentat mit sechs Toten verübt zu haben. Die Gruppe hatte bisher Selbstmordanschläge im Jemen und im Irak verübt. Israelische und amerikanische Ermittler sind der Ansicht, dass die von Iran unterstützte Hizbullah-Miliz hinter der Tat steckt. Dafür gebe es „substantielle Beweise“, sagte der israelische Ministerpräsident Netanjahu am Sonntag.

          Hans-Christian Rößler

          Politischer Korrespondent für die Iberische Halbinsel und den Maghreb mit Sitz in Madrid.

          Nach Angaben bulgarischer Behörden ist es bisher noch nicht gelungen, den Selbstmordattentäter zu identifizieren. Mithilfe von DNA-Proben konnte demnach ausgeschlossen werden, dass es der Täter ein früherer Guantánamo-Häftling war, wie zeitweise vermutet worden war. Die Ermittler suchen laut bulgarischen Presseberichten mit einem Phantombild zudem nach mindestens einem Komplizen des Selbstmordattentäters. Bei ihm soll es sich um einen Amerikaner mit dem Namen David Jefferson handeln, der möglicherweise eine zweite Bombe bei sich hatte. Er wurde demnach von einer Überwachungskamera auf dem Flughafen von Varna gefilmt.

          Laut Presseberichten verstärkte Israel nach dem Attentat in Bulgarien den Schutz seiner Olympiamannschaft in London. Verteidigungsminister Barak mahnte am Sonntag an, während der Spiele besonders wachsam zu sein. Es gelte zu vermeiden, dass es wieder ein Attentat gebe wie 1972 in München, als elf israelische Sportler ermordet wurden. Laut einem Bericht der britischen Zeitung „Sunday Times“ sind Mitarbeiter des Auslandsgeheimdienstes Mossad seit Monaten auf der Suche nach möglichen Attentätern in Europa, die sich als Europäer oder Amerikaner tarnten.

          Derweil wurde am Sonntag am neuen Grenzzaun zwischen Israel und Ägypten vom Sinai aus ein Armeebus beschossen. Die israelischen Soldaten blieben unversehrt. Nahe der ägyptischen Hafenstadt El Arisch wurde am Sonntag der 15. Anschlag seit Anfang 2011 auf die nach Israel führende Gasleitung verübt.

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