https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/bulgarien-waehlt-2021-dreimal-auch-wegen-slawi-trifonow-17524150.html

Gescheiterte Regierungsbildung : Bulgarien muss zum dritten Mal wählen

Der Entertainer und populistische Politiker Slawi Trifonow in einer Aufnahme vom 23. November 2020 Bild: AP

Bei zwei Wahlen in diesem Jahr haben Oppositionsparteien eine klare Mehrheit gewonnen. Aber der Showmaster und Populist Slawi Trifonow verweigert sich jeder Koalition.

          3 Min.

          Bulgarien steht im November dieses Jahres vor der dritten Parlamentswahl innerhalb von acht Monaten. Weder nach der Wahl im April noch nach jener im Juli war es den Parteien der bisherigen Opposition gelungen, Mehrheiten zu bilden, um ihr erklärtes Hauptziel zu erreichen: Den langjährigen bulgarischen Regierungschef Bojko Borissow dauerhaft von der Macht fernzuhalten. Borissow, der als Bürgermeister Sofias und als Ministerpräsident über fast zwei Jahrzehnte hinweg Bulgariens Politik geprägt hat, gilt der Opposition als Urheber aller Übel in dem von Korruption geplagten Balkanstaat.

          Michael Martens
          Korrespondent für südosteuropäische Länder mit Sitz in Wien.

          Insbesondere ein wachsender Teil der jüngeren Wählerschaft sieht das so. Tatsächlich wurde Borissows Partei „Bürger für eine europäische Entwicklung Bulgariens“ im Juli mit 23 Prozent erstmals nicht mehr stärkste Kraft. Doch wie schon im April gelang es der heterogenen Opposition wieder nicht, ihre Mehrheit gegen Borissow in eine Mehrheit für eine gemeinsame Regierung zu verwandeln.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.
          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+
          Legt auch ihr Amt als RBB-Chefin nieder: Patricia Schlesinger

          Nach Schlesingers Rücktritt : Der RBB liegt in Trümmern

          Zuerst trat sie als ARD-Vorsitzende zurück, dann als Intendantin des RBB. Patricia Schlesinger hat die Reißleine gezogen. So vermeidet sie einen erzwungenen Abgang. Ihr Sender braucht einen Neuanfang, der sich gewaschen hat.

          Blamabler Eintracht-Auftakt : Niederträchtig und verstörend

          Eintracht Frankfurt hat zum Bundesligaauftakt gegen den FC Bayern ein in vielen Belangen blamables Bild abgegeben. Es herrscht Handlungsbedarf: auf dem Rasen und in der Führungsetage.
          Sinnblind den Faden verloren: Stephanie Müther (links, 2. Norn) und Kelly God (3. Norn) am Beginn der „Götterdämmerung“.

          Bayreuther Festspiele : Ein Stinkefinger fürs um Deutung bemühte Publikum

          Abschied von der Lesbarkeit der Welt: Nach der „Götterdämmerung“ entlädt sich in Bayreuth der geballte Hass des Publikums auf Valentin Schwarz, den Regisseur des neuen „Rings“. Doch dieses Fiasko erzählt viel über unsere Situation.