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Schüsse in Supermarkt : Rassist tötet zehn Menschen in Buffalo

Buffalo: Trauer nach den Schüssen Bild: AP

Ein junger Mann hat in einem Supermarkt auf 13 Personen geschossen, elf davon waren schwarz – zehn Menschen starben. Der Täter streamte den Anschlag live im Internet. Die Ermittler untersuchen nun sein Manifest.

          3 Min.

          Nach einem Angriff in einem Supermarkt in der amerikanischen Stadt Buffalo, bei dem zehn Menschen getötet wurden, geht das FBI dem Verdacht eines rassistischen Motivs nach. „Wir ermitteln in dem Fall sowohl wegen eines Hassverbrechens als auch wegen eines Falls rassistisch motivierten Gewaltextremismus“, sagte der für Buffalo zuständige FBI-Ermittler Stephen Belongia während einer Pressekonferenz nach der Tat.

          Sofia Dreisbach
          Politische Korrespondentin für Nordamerika mit Sitz in Washington.

          Präsident Joe Biden ließ in einem Schreiben mitteilen: „Heute Nacht trauern wir um die Familien von zehn Menschen, denen sinnlos das Leben genommen wurde, und um alle, die unter den körperlichen und emotionalen Wunden dieser schrecklichen Schussattacke leiden.“ Er sprach von einem „rassistisch motivierten Hassverbrechen“. Biden teilte weiter mit: „Wir müssen alles in unserer Macht Stehende tun, um den von Hass geschürten Terrorismus im Inland zu beenden.“

          Der Mehrheitsführer im Senat, Chuck Schumer aus New York, twitterte: „Wir sind bei den Menschen in Buffalo.“ Die Gouverneurin des Bundesstaates New York bezeichnete die tödlichen Schüsse in Buffalo als Terrorismus. Der Täter sei ein Rechtsextremist, der einen „terroristischen Akt“ begangen habe, sagte Kathy Hochul während einer Pressekonferenz. Sie hoffe aufrichtig, dass diese Person, die gerade ein Hassverbrechen begangen habe, den Rest ihrer Tage hinter Gittern verbringen werde.

          Bezirksstaatsanwalt John J. Flynn äußerte, „bestimmte Beweisstücke“ deuteten auf einen rassistischen Hintergrund der Tat hin; Details nannte Flynn keine. Elf der 13 Personen, auf die der Täter geschossen hatte, und von denen drei überlebten, waren Schwarze. Der Leiter der Polizeibehörde von Erie County nannte die Tat schon früh ein „rein rassistisch motiviertes Hassverbrechen“.

          Die örtliche Polizei hat den Supermarkt abgesperrt.
          Die örtliche Polizei hat den Supermarkt abgesperrt. : Bild: dpa

          Wie am Samstagabend vor Gericht bekannt wurde, handelt es sich bei dem Schützen um einen Achtzehnjährigen aus Conklin, einer Kleinstadt gut 300 Kilometer von Buffalo entfernt. Der junge Mann hatte am Samstag um halb drei Uhr nachmittags vor und in einem Supermarkt in einem vornehmlich schwarzen Viertel der Stadt das Feuer eröffnet. Vor Gericht plädierte er noch am selben Tag auf nicht schuldig; angeklagt ist er wegen vorsätzlichen Mordes. Laut Polizei war er bei der Tat schwer bewaffnet, trug militärartige Ausrüstung und einen Helm. Er war mit seinem Auto auf den Parkplatz gefahren, hatte dort auf vier Menschen und dann im Supermarkt weiter um sich geschossen.

          Manifest voller Verschwörungstheorien

          Der Angriff scheint von rassistischen Attentaten wie dem auf zwei Moscheen im neuseeländischen Christchurch im März 2019 und dem auf einen Supermarkt im texanischen El Paso im August 2019 befeuert gewesen zu sein. Aus Behördenkreisen hieß es, Ermittler untersuchten ein Manifest, das aus der Feder des Täters stammen soll. Es sei mit rassistischen und gegen Migration gerichteten Sichtweisen gespickt und soll laut dem Beamten auch die Verschwörungstheorie des „Genozids an Weißen“ vertreten.

          Der Autor des Recherchenetzwerkes Bellingcat, Robert Evans, schrieb am Samstag auf Twitter, der Täter behaupte in seinem Manifest, er habe den Supermarkt als Ziel ausgewählt, weil das Gebiet die höchste schwarze Bevölkerungsdichte in seinem Bundesstaat und eine strenge Waffenkontrolle habe. Mit zehn Toten ist der Angriff in Buffalo der bisher schwerwiegendste in diesem Jahr, wie aus Daten des Archivs für Waffengewalt hervorgeht.

          Den Angriff hat der Täter laut Beamten über eine Kamera an seinem Helm auf Twitch übertragen, einer beliebten Live-Streaming-Website, die vor allem für Videospiele genutzt wird. Twitch gab an, den Kanal offline genommen zu haben. Die „New York Times“ zitierte eine Sprecherin von Twitch mit den Worten, die Seite habe „eine Null-Toleranz-Politik gegen Gewalt jeglicher Art und arbeite schnell daran, auf alle Vorfälle zu reagieren. Der Benutzer wurde von unserem Dienst auf unbestimmte Zeit gesperrt, und wir ergreifen alle geeigneten Maßnahmen, einschließlich der Überwachung aller Konten, die diesen Inhalt erneut senden“.

          Buffalos Bürgermeister Byron Brown sagte auf der Pressekonferenz: „Der Schütze stammte nicht aus dieser Gemeinde. Er reiste stundenlang von außerhalb dieser Gemeinde an, um dieses Verbrechen an den Menschen in Buffalo zu verüben.“ Es sei der schlimmste Albtraum, den eine Gemeinde erleben könne. „Wir groß der Schmerz der Familien und unserer Schmerz gerade ist, kann nicht in Worte gefasst werden.“

          Ein Polizist beschrieb in der Zeitung „The Buffalo News“ den Tatort: „Es ist, als würde man in einen Horrorfilm hineinlaufen, aber alles ist real.“ Die Zeitung zitierte auch einen Mitarbeiter des Supermarkts, der eigenen Angaben nach kurz vor dem Vorfall in den Kühlraum gegangen war. „Ich versteckte mich. Ich habe mich einfach versteckt. Ich wollte den Raum nicht verlassen“, sagte er.

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