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Not-OP erfolglos : Bürgermeister von Danzig verstirbt nach Messerattacke

  • Aktualisiert am

Danzigs Bürgermeister Pawel Adamowicz, aufgenommen im Februar 2018 Bild: Reuters

Auch eine fünf Stunden lange Notoperation konnte am Ende das Leben von Pawel Adamowicz nicht retten. Unklar bleibt, wie der Täter ihn trotz Sicherheitsmaßnahmen erreichen konnte.

          Der bei einer Messerattacke niedergestochene Danziger Bürgermeister Pawel Adamowicz ist seinen Verletzungen erlegen. „Trotz all unserer Bemühungen haben wir ihn nicht retten können“, sagte der Arzt Tomasz Stefaniak am Montag laut der Nachrichtenagentur PAP. Adamowicz war am Sonntagabend bei einer Wohltätigkeitsveranstaltung vor den Augen hunderter Menschen von einem Angreifer niedergestochen worden.

          Ein Mann war bei der Benefizveranstaltung auf ihn mit einem Messer zugestürmt. Adamowicz hatte Spenden für Krankenhaus-Ausstattungen gesammelt. Zunächst war es Rettungskräften vor Ort gelungen, den 53 Jahre alten parteilosen Politiker noch einmal wiederzubeleben. Adamowicz wurde in ein Krankenhaus gebracht, der Angreifer von Sicherheitsleuten überwältigt. Die Polizei stellte daraufhin seine Identität fest. Demnach handelt es sich um einen 27 Jahre alten Danziger.

          Die Tat wurde aufgezeichnet. Auf den Videoaufnahmen ist zu erkennen, wie der Mann nach der Attacke ein Mikrofon an sich riss. Als Grund für seine Tat gab er an, die frühere Partei von Adamowicz – die Bürgerliche Plattform – habe ihn während seiner Haft gefoltert. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge handelt es sich bei dem Täter um einen einschlägig bekannten Kriminellen, der wegen vier bewaffneten Raubüberfälle bereits zu über fünf Jahren Gefängnis verurteilt worden war. Er soll unter psychischen Problemen gelitten haben und erst im Dezember freigekommen sein.

          Unklar bleibt bislang, wie der Täter trotz Sicherheitsvorkehrungen ungestört auf die Bühne gelangen konnte. Eine Polizeisprecherin teile mit, er habe sich in Besitz einer Presseakkreditierung befunden.

          Adamowiczs wurde nach der Attacke im Danziger Universitätskrankenhaus einer fünf Stunden langen Notoperation unterzogen, die er zunächst überlebte. Sein Zustand galt jedoch als äußerst ernst, da durch die Messerattacke Herz, Zwerchfell und Organe im Bauchraum verletzt worden seien. Zudem habe er viel Blut verloren. Die Klinge des Angreifers war nach Behördenangaben fast 15 Zentimeter lang. „Die nächsten Stunden werden entscheidend sein“, hatte Stefaniak nach der Operation gesagt. Das hat sich nun auf tragische Weise bestätigt. „Wir hatten keine Chance", bilanzierte der polnische Gesundheitsminister Lukasz Szumowski am Montag dem Sender TVN mit  Blick auf die Verletzungen.

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