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Bürgerkrieg in Syrien : Oppositionspolitiker wollen syrische Flüchtlinge aufnehmen

  • Aktualisiert am

Guido Westerwelle befürwortet derzeit Flüchtlingshilfe vor Ort, obwohl Syriens Anrainerstaaten schon jetzt Probleme haben, Flüchtlinge zu versorgen. Bild: dpa

Jeden Tag flüchten Menschen aus dem Bürgerkriegsland Syrien. Die Opposition fordert die Bundesregierung auf, diese auch in Deutschland aufzunehmen. Das schließt Außenminister Westerwelle zwar nicht aus, will sich aber lieber auf Hilfe vor Ort beschränken.

          Oppositionspolitiker haben die Bundesregierung aufgefordert, syrische Flüchtlinge in Deutschland aufzunehmen. „Wenn der Flüchtlingsstrom aus Syrien nicht zum Erliegen kommt - und im Augenblick deutet nichts darauf hin - werden auch die EU-Mitgliedsländer nicht umhin kommen, Flüchtlinge aufzunehmen“, sagte SPD-Fraktionsvize Gernot Erler der Zeitung „Die Welt“. Die Koalition müsse sich stärker um syrische Flüchtlinge kümmern, um eine humanitäre Tragödie zu verhindern.

          Auch der stellvertretende Grünen-Fraktionschef, Josef Winkler, befürwortet, deren Aufnahme in der Bundesrepublik. „Die Forderung nach einer aktiven Aufnahme syrischer Bürgerkriegsflüchtlinge und dem Ansatz des “Schutzes in der Region“ sind kein Gegensatz, sondern bedingen einander: Wir Grünen setzen uns dafür ein, dass Deutschland aus humanitären Gründen unbürokratisch Flüchtlinge aus Syriens Nachbarländern Türkei, Libanon und Jordanien aufnimmt“, sagte er der Zeitung “Die Welt“.

          Familie in der Nähe der syrischen Grenze zur Türkei.

          Trotz des steigenden Flüchtlingsstroms plant die Bundesregierung derzeit nicht, syrische Flüchtlinge aufzunehmen. Außenminister Guido Westerwelle (FDP) sagte der „Frankfurter Rundschau“: „Ich schließe das nicht aus, aber Priorität hat derzeit die Hilfe vor Ort.“ Seinem türkischen Amtskollegen habe er Angeboten, Flüchtlinge in der Türkei mitzuversorgen. Die Türkei, die zurzeit rund 80.000 Flüchtlinge aus Syrien beherbergt, hatte in der Vergangenheit ausländische Hilfe abgelehnt. Westerwelle sagte zudem, dass Deutschland bislang 22 Millionen Euro für Humanitäre Hilfe im Syrien-Konflikt bereitgestellt habe.

          Aus Syrien sind im August mehr Menschen geflohen als in jedem anderen Monat seit Beginn des Aufstands. 100.000 Menschen haben nach Angaben der Vereinten Nationen das Land verlassen. Bereits am Montag hatte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte erklärt, der vergangene August sei der blutigste Monat im syrischen Bürgerkrieg gewesen. Etwa 5.000 Menschen seien in dem Monat getötet worden.

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          Derweil fordert der Führer der radikalen libanesischen Schiiten-Bewegung Hisbollah, Hassan Nasrallah, Syriens Opposition auf, den gewaltsamen Widerstands zu beenden. Die Aufständischen sollten aufhören, ihr eigenes Land zu zerstören und die syrischen Soldaten zu töten, sagte Nasrallah einem libanesischen Fernsehsender. Nasrallah hatte in der Vergangenheit auch den international isolierten syrischen Staatschef Baschar al-Assad als Freund Libanons und der Palästinenser gelobt.

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