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Bürgerkrieg : Friedrich: 50 Kämpfer aus Deutschland in Syrien

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Bundesinnenminister Friedrich in Luxemburg Bild: dpa

Ausländische Dschihadisten trainieren im syrischen Bürgerkrieg. Unter ihnen sind mindestens 50 Männer aus Deutschland, sagte Bundesinnenminister Friedrich im Gespräch mit der F.A.Z.

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          Am syrischen Bürgerkrieg nehmen inzwischen mindestens fünfzig Kämpfer aus Deutschland teil. Diese Zahl nannte Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich in einem Gespräch mit dieser Zeitung. Auch aus anderen EU-Ländern seien junge Männer in vergleichbarer oder gar höherer Zahl zum Kampf nach Syrien gezogen.

          Friedrich wies darauf hin, dass von diesen sogenannten „ausländischen Kämpfern“ eine große Gefahr für Europa ausgehe: „Diese Leute gehen mit hoher Entschlossenheit nach Syrien und lernen dort ein tödliches Handwerk, mit dem sie ihren Hass in die Tat umsetzen können - tickende Zeitbomben also, wenn sie nach Europa zurückkehren.“

          „Syrien gleicht einem riesigen Trainingslager“

          Friedrich äußerte sich am Rande einer Sitzung der EU-Innenminister, auf der über einen besseren Austausch der Nachrichtendienste beraten wurde, damit etwaige Rückkehrer aus Syrien besser überwacht werden. Er forderte das Europaparlament dazu auf, die Errichtung eines europäischen Systems zur Erfassung von Fluggastdaten zuzulassen. Dass Sozialisten, Grüne und Liberale das entsprechende Dossier blockierten, sei „unverantwortlich“. Das Parlament wird nächste Woche über den Plan abstimmen, den die EU-Innenminister gebilligt haben.

          Auch die russische Führung zeigt sich zunehmend besorgt darüber, dass etwa 200 junge Muslime aus Russland im syrischen Bürgerkrieg angeblich unter der Flagge von Al Qaida gegen Präsident Baschar al Assad kämpften. Diese Zahl nannte der Direktor des russischen Inlandsgeheimdienstes (FSB), Aleksandr Bortnikow, auf einem Treffen von Geheimdienstchefs aus 63 Ländern am Donnerstag in der tatarischen Hauptstadt Kasan. Darin stecke eine große Gefahr für Russland, sagte Bortnikow. Die russische Regierung stützt das syrische Regime unter anderem mit Waffenlieferungen.

          Nach den Ausführungen des FSB-Chefs spielt der Anführer des bewaffneten islamistischen Untergrunds im russischen Nordkaukasus und selbsternannte „Emir des Kaukasus“, der Tschetschene Doku Umarow, eine wichtige Rolle dabei, junge Männer für den „Dschihad“ in Syrien anzuwerben. Syrien gleiche einem riesigen Trainingslager für gewaltbereite Islamisten aus Russland und der ganzen GUS, sagte Bortnikow. Irgendwann würden diese jungen Männer die syrischen Kampferfahrungen aber zu Hause nutzen, und man wisse nicht, wie man sie an der Rückkehr hindern könne. Umarow kämpft für die Loslösung des gesamten Nordkaukasus von Russland und die Errichtung eines muslimischen Gottesstaates.

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