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Bürgerkrieg : Einigung auf Bedingungen für Waffenruhe in Syrien

  • Aktualisiert am

Syriens Machthaber Baschar al Assad Bild: AFP

Die Hoffnung auf eine Feuerpause in Syrien wächst: Es gebe eine „Grundsatzeinigung“ über die Bedingungen, sagt Amerikas Außenminister Kerry. Syriens Präsident Assad stellt aber gleich mehrere Bedingungen.

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          Im Ringen um eine Waffenruhe im Bürgerkriegsland Syrien gibt es nach amerikanischen Angaben eine Grundsatzeinigung mit Russland. In einem Telefonat mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow sei „eine vorläufige Einigung über die Bedingungen für eine Einstellung der Kampfhandlungen“ erzielt worden, sagte der amerikanische Außenminister John Kerry am Sonntag in der jordanischen Hauptstadt Amman. Die Feuerpause könne „in den kommenden Tagen beginnen“.

          Zuvor hatte sich auch der syrische Präsident Baschar al Assad unter Bedingungen „bereit“ zu einer Waffenruhe in seinem Land erklärt. Diese dürfe aber nicht von „den Terroristen“ ausgenutzt werden, um ihre Stellung zu verbessern, sagte Assad in einem Interview mit der spanischen Zeitung „El País“, das am Samstag auf deren Website veröffentlicht wurde.

          Zudem müssten andere Länder, „vor allem die Türkei“, daran gehindert werden, „mehr Rekruten, mehr Terroristen, mehr Waffen oder jegliche Art von logistischer Unterstützung für diese Terroristen“ zu schicken, sagte Assad weiter. Die Führung in Damaskus bezeichnet alle Rebellengruppen als „Terroristen“.

          Im Norden Syriens haben die Regierungstruppen eine Offensive begonnen, die zehntausende Menschen aus der Region Aleppo in die Flucht getrieben hat. Dabei werden Assads Truppen durch russische Luftangriffe sowie von Kämpfern aus dem Iran und der libanesischen Hizbullah-Miliz unterstützt. Die Unterstützung durch Russland und den Iran sei „wesentlich“ für den Vormarsch seiner Truppen, sagte Assad „El País“. „Wir brauchen diese Hilfe (...), weil 80 Länder die Terroristen auf verschiedene Weise unterstützen.“

          Völlig zerstört: Szene aus der syrischen Stadt Aleppo
          Völlig zerstört: Szene aus der syrischen Stadt Aleppo : Bild: AFP

          Einige Länder gäben den Oppositionskräften „direkte Hilfe – mit Geld, logistischer Unterstützung, Waffen oder Kämpfern“, sagte Assad weiter. Bei anderen Ländern gehe es um „politische Unterstützung in verschiedenen internationalen Foren“.

          Russland hatte zuvor der syrischen Armee weitere militärische Unterstützung zugesichert. Moskau setze seine „konsequente Linie“ fort, den syrischen Streitkräfte bei ihren „offensiven Aktionen gegen Terroristen und terroristische Organisationen“ zu helfen, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Samstag.

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