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Bürgerkrieg : Dschihadisten töten 270 Menschen in Syrien

  • Aktualisiert am

Bewaffnete Rebellen bei Kämpfen in Syrien Mitte Juli Bild: AFP

Bei der Eroberung eines Gasfelds in Syrien haben Islamisten laut Menschenrechtsaktivisten Hunderte Menschen exekutiert. In Internetvideos posierten die Extremisten vor den Leichen.

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          Bei der Eroberung eines Gasfelds in der westsyrischen Provinz Homs haben Kämpfer der Dschihadistengruppe Islamischer Staat (IS) nach jüngsten Angaben von Menschenrechtsaktivisten etwa 270 Menschen getötet. Die Opfer seien „im Gefecht getötet oder hingerichtet“ worden, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Freitag mit. Ihr Leiter Rami Abdel Rahman hatte den IS-Extremisten bereits zuvor Kriegsverbrechen vorgeworfen.

          „Die große Mehrheit der Menschen wurde erschossen, nachdem sie bei der Einnahme des Felds gefangen genommen worden waren“, erklärte de Beobachtungsstelle. Sie hatte die Zahl der Toten nach dem am Donnerstag erfolgten Angriff auf das Schaar-Gasfeld zuvor mit 115 angegeben. Demnach handelte es sich bei den Opfern überwiegend um regierungstreue Milizionäre und zivile Sicherheitskräfte, aber auch um Mitarbeiter der Gasförderanlagen.

          Anschließend brachen wieder schwere Kämpfe aus. Spezialkräfte der Armee hätten Teile des Geländes im Osten der Stadt Homs wieder eingenommen, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Samstag. Dabei seien mindestens 51 Soldaten und 40 Dschihadisten getötet worden. Aktivisten berichteten, die Armee habe die Extremisten auch aus der Luft angegriffen.

          Videos zeigen dutzende Leichen

          Nach Einschätzung der Aktivisten handelt es sich bei der Eroberung des Gasfelds um den „größten Anti-Regime-Einsatz“ der Isis-Extremisten, seit diese im vergangenen Jahr in den syrischen Bürgerkrieg eingriffen. Die in Großbritannien ansässige Beobachtungsstelle stützt sich auf ein dichtes Netzwerk an Ärzten und Aktivisten in Syrien. Ihre Angaben können kaum unabhängig überprüft werden.

          In Videos, die offenbar von den Extremisten aufgenommen und im Onlineportal YouTube eingestellt wurden, waren dutzende Leichen zu sehen. Viele von ihnen waren verstümmelt. Ein Video zeigte einen Islamisten, der vor Leichen posierte und überwiegend auf Deutsch durchmischt mit arabischen Ausdrücken redete. Syrische Regierungsanhänger veröffentlichten Fotos von Opfern und sprachen von einem „Massaker“.

          „Die Beobachtungsstelle verurteilt Massenexekutionen als Kriegsverbrechen“, teilte Rahman mit. Dabei spiele es keine Rolle, welche Seite sie verübe und ob die Opfer Zivilisten oder Kämpfer seien: „Es sind Kriegsgefangene, sie dürfen nicht hingerichtet werden.“ Am Donnerstag hatte auch der Gouverneur der Provinz Homs den Angriff auf das Gasfeld bestätigt. Die IS-Extremisten hatten zuvor bereits die ölreiche Provinz Deir Essor zwischen Homs und der Grenze zum Irak unter ihre Kontrolle gebracht. Die radikalislamische IS-Bewegung hatte nach der Eroberung großer Gebiete im Irak und in Syrien im vergangenen Monat ein „Kalifat“ ausgerufen. Zeugen und Aktivisten berichteten seither von grausamen Verbrechen bis hin zu Kreuzigungen, mit denen die Islamisten Angst und Schrecken verbreiten.

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