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Bürgerkrieg : Tausende Kämpfer strömen nach Syrien

  • Aktualisiert am

Ein Kämpfer der Nusra-Front bei einer Demonstration in Syrien Bild: AFP

Trotz Reisebeschränkungen und Luftangriffen reisen Sicherheitsexperten zufolge jeden Monat rund 1000 Kämpfer nach Syrien. Der Sondergesandte der Vereinten Nationen fordert Waffenstillstandszonen in dem zerrütteten Land.

          Die Zahl der ausländischen Kämpfer in Syrien steigt weiter. Wie die „Washington Post“ berichtet reisen jeden Monat rund 1000 Kämpfer in das Bürgerkriegsland ein. Das Blatt beruft sich dabei auf amerikanische Regierungsbeamte sowie Sicherheitsexperten. Bisher hätten weder Reisebeschränkungen eine Wirkung gezeigt noch Luftangriffe der Amerikaner. Einige Experten hatten zuvor spekuliert, dass die Bombardements eventuell eine abschreckende Wirkung haben könnten.

          Die meisten der Kämpfer kämen aus dem Nahen Osten sowie aus Nordafrika, besonders viele stammen aus Tunesien. Die Zahl der Freiwilligen aus dem Westen wird auf 2000 geschätzt. Nicht alle sind potentielle Terroristen und damit eine Gefahr für den Westen. Viele wollen sich daran beteiligen, der syrischen Machthaber Bashar al Assad zu stürzen. Wie amerikanische Regierungsmitarbeiter der „Washington Post“ sagten, hätten in jüngster Vergangenheit aber vor allem die islamistischen Terrorgruppen Unterstützung aus dem Ausland bekommen.

          Die britische Zeitung „Guardian“ zitiert aus einem neuen Bericht der Vereinten Nationen, der die Zahl der ausländischen Dschihadisten im Irak und Syrien auf mittlerweile 15.000 schätzt. Sie stammen aus mehr als 80 Ländern. Seit 2010 haben sich so viele Freiwillige den Terrorgruppen angeschlossen, wie in dem gesamten Zeitraum zwischen 1990 und 2010.

          Lokale Friedenszonen gefordert

          Der Syrien-Sondergesandte der Vereinten Nationen, Staffan de Mistura, hat unterdessen regionale Waffenstillstandszonen in dem Bürgerkriegsland vorgeschlagen. Diese „Freeze Zones“ sollen die Anfangspunkte für eine politische Lösung des Konflikts sein, sagte de Mistura am Donnerstag vor dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen in New York. „In diesen Arealen können wir zuerst einen politischen Prozess auf lokalem Niveau beginnen und dann schließlich auf nationaler Ebene.“

          Auch die Terrormiliz Islamischer Staat könne so wirksamer bekämpft werden. Der Schwede nannte Aleppo als mögliche erste „Freeze Zone“, sagte aber nicht, wie eine Waffenruhe umgesetzt werden könne.

          Keine Rücksicht auf Zivilisten

          Zuvor hatte das Nothilfebüro der Vereinten Nationen den Konfliktparteien vorgeworfen, die humanitären Resolutionen des Sicherheitsrates einfach zu ignorieren.Alle Seiten hätten in den vergangenen Wochen ihre Angriffe sogar noch verstärkt, ohne Rücksicht auf Zivilisten.Mittlerweile sei jedes vierte Krankenhaus in Syrien funktionsunfähig.

          Die Vereinten Nationen hätten im vergangenen Monat 3,9 Millionen Menschen mit Essen versorgt und 1,6 Millionen Mal Kranke behandelt. Dennoch seien nach wie vor etwa 600 000 Menschen seit Monaten von jeder Hilfe abgeschnitten. Sie warf der Regierung in Damaskus vor, die Hilfe durch Schikanen zu blockieren. So würden Hilfskonvois gestoppt und Mediziner müssten Medikamente abliefern.

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