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Brüchige Waffenruhe : Russische und türkische Angriffe auf IS in Syrien

  • Aktualisiert am

Syrische Truppen wärmen sich an einem Feuer bei Aleppo. Bild: dpa

Rebellen und Assad-Truppen scheinen die ab Mitternacht vereinbarte Feuerpause teilweise zu ignorieren. Aus mehreren Regionen werden weiterhin Gefechte gemeldet. Die Türkei und Russland attackieren den IS.

          Die neue landesweite Waffenruhe in Syrien hat sich zunächst als brüchig erwiesen. Weniger als zwei Stunden nach dem vereinbarten Beginn um Mitternacht (Ortszeit, Donnerstag 23.00 Uhr MEZ) berichteten Beobachter und Rebellen von Gefechten zwischen Aufständischen und Regierungstruppen entlang der Provinzgrenze zwischen Idlib und Hama.

          Auch aus einigen anderen Teilen des Landes wurden Schüsse gemeldet. Allerdings schien die Ruhe in vielen Regionen zu halten. Ein Rebellenkommandeur der Freien Syrischen Armee (FSA) zeigte sich zuversichtlich, dass der dritte Anlauf in diesem Jahr erfolgreich sein könnte.

          Die Abmachungen im Februar und September waren nach wenigen Wochen gescheitert. Sie waren zwischen den Vereinigten Staaten und Russland ausgehandelt worden. Die neue Feuerpause geht dagegen insbesondere auf die Regierungen in Moskau und Ankara zurück. Unklar blieb zunächst, welche Rebellengruppen genau einbezogen werden sollen. Die FSA und die Armee von Syriens Präsident Baschar al-Assad haben sich zur Feuerpause bekannt. Die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) soll dagegen auf jeden Fall ausgenommen werden.

          Russische Kampfflugzeuge sind am Freitag nach türkischen Angaben drei Angriffe auf den IS im Gebiet von Al Bab im Norden Syriens geflogen. Dabei seien zwölf Extremisten getötet worden, teilte die Armee mit. Türkische Kampfflugzeuge hätten ebenfalls IS-Einrichtungen bei Al Bab sowie bei Daglabasch angegriffen. Sie hätten 17 Ziele zerstört und 26 IS-Kämpfer getötet. Bei einem IS-Angriff südlich von Asrak wurde den Angaben zufolge ein  türkischer Soldat getötet. Fünf seien verwundet worden.

          Der Bürgerkrieg in Syrien tobt seit fast sechs Jahren. Mehr als 300.000 Menschen sind getötet worden und mehr als elf Millionen sind auf der Flucht. Das entspricht etwa der Hälfte der Vorkriegs-Bevölkerung.

          Eine Kampfpause könnte Grundlage für Gespräche sein, bei denen die Türkei und Russland im Januar in der kasachischen Hauptstadt Astana zwischen Vertretern der syrischen Opposition und Regierung vermitteln wollen. Der russische Präsident Wladimir Putin hatte am Donnerstag gesagt, die syrische Regierung und ihre Gegner hätten die Bereitschaft erklärt, Friedensgespräche zu beginnen.

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