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Zerfall des Königreichs? : Browns Dystopie

Gordon Brown am 12. Mai 2019 in London Bild: dpa

Ohne Reformen drohe Großbritannien ein „gescheiterter Staat“ zu werden, schreibt Gordon Brown. Dass besonders die Schotten unzufrieden mit „London“ sind, hat auch, aber nicht nur mit dem Brexit zu tun.

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          Das ist starker Tobak: Ohne grundlegende Reformen drohe Großbritannien ein „gescheiterter Staat“ zu werden, schreibt der frühere Premierminister Brown. Die Bürger hätten das Vertrauen in die Art verloren, wie sie von der „Londoner Elite“ regiert würden. Ja, Brown ist Schotte (der 2014 vehement gegen die Trennung gekämpft hatte), und in Schottland ist die Unzufriedenheit mit „London“ besonders groß.

          Das hat viel, aber nicht nur mit dem Brexit zu tun, gegen den im nördlichen Landesteil die meisten Wähler gestimmt hatten. Jetzt, der Austritt ist vollzogen, fächeln die schottischen Nationalisten dem glimmenden Unabhängigkeitsgeist wieder kräftig Luft zu. Genau davor hatten Gegner des EU-Austritts gewarnt – der Zerfall des Königreichs als Kollateralschaden des vom englischen Nationalismus befeuerten Brexits.

          Gutgemeinte Appelle reichen nicht

          Dennoch muss man daran erinnern, dass auch für den Brexit schon Elitenverdruss und Verlust von Vertrauen in die Politik als Erklärungen herangezogen wurden. Es handelt sich offenkundig um strukturelle Phänomene, wie sie auch in Trumps Amerika wirkmächtig wurden.

          Mit gutgemeinten Appellen allein wird der Zusammenhalt nicht zu stärken sein. Covid-19, somit das Krisenmanagement der Regierung, ist ein weiterer Faktor, der an ihm zerrt. Es klafft eine große Kluft zwischen denen, die dem Land rosarote Zeiten vorhersagen, und jenen, die es auf dem Weg des totalen Scheiterns sehen. Überzogen ist das eine wie vermutlich das andere.

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