https://www.faz.net/-gpf-9yf6z

Nach Corona-Erkrankung : Britischer Premierminister Johnson aus Klinik entlassen

  • Aktualisiert am

Boris Johnson Ende Februar vor seiner Erkrankung Bild: EPA

Boris Johnson hat seine Corona-Erkrankung offenbar fast überstanden. Nachdem er mehrere Tage in einer Londoner Klinik behandelt worden war, konnte der britische Premierminister entlassen werden.

          1 Min.

          Der britische Premierminister Boris Johnson ist am Sonntag aus dem Krankenhaus entlassen worden. Er werde aber auf ärztlichen Rat nicht sofort wieder mit seiner Arbeit beginnen, teilte ein Regierungssprecher in London mit. Johnson will sich nun auf den Landsitz Chequers des Regierungschefs außerhalb der Hauptstadt zurückziehen, um dort weiter zu genesen.

          Der Premierminister war Ende März an der weltweit grassierenden Lungenkrankheit Covid-19 erkrankt. Damit ist er der ranghöchste Politiker, der bislang positiv auf das neuartige Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden ist. Er hatte am Donnerstag die Intensivstation des Londoner St.-Thomas-Krankenhauses verlassen.

          „Ich verdanke ihnen mein Leben“

          Kurz vor seiner Entlassung aus der Klinik hatte sich Johnson bei seinen Ärzten und dem Pflegepersonal für ihre lebensrettende Behandlung bedankt. „Ich verdanke ihnen mein Leben“, hieß es in Johnsons öffentlicher Erklärung vom Sonntag. Er könne sich beim Personal des Nationalen Gesundheitsdienstes (NHS) nicht genug bedanken.

          Beim Pflegepersonal nehmen unterdessen die Beschwerden über die Zustände in den britischen Krankenhäusern zu. Ärzte und Pfleger klagen vor allem über einen eklatanten Mangel an Schutzausrüstung gegen eine Ansteckung mit dem Coronavirus. Die größte Gewerkschaft der Krankenschwestern und Pfleger, RCN, rief dazu auf, sich als „letztes Mittel“ der Arbeit zu verweigern, sollte die Ausrüstung fehlen – auch wenn das angesichts der Berufsethik sehr schwer fallen dürfte.

          Nach Angaben von Gesundheitsminister Matt Hancock starben bereits 19 NHS-Mitarbeiter an Covid-19. Das habe aber nicht an ihrer mangelnden Ausrüstung gelegen, versicherte Hancock am Samstag. Offenbar sind bei dem Personal vor allem Vertreter von Minderheiten betroffen, da sie einen Großteil des NHS-Personals stellen.

          28. März: Der Premierminister nimmt von zuhause aus per Video an einer Corona-Besprechung teil.

          Insgesamt dürfte die Zahl der Corona-Toten in Großbritannien schon bald die Marke von 10.000 überschreiten. Die tatsächliche Zahl dürfte noch weitaus höher liegen, da nur die Opfer in Krankenhäuser gezählt werden, nicht aber in Alten- und Pflegeheimen. Die Zahl der bestätigten Infektionen liegt bei fast 80.000, doch dürfte sie angesichts der niedrigen Testkapazitäten ebenfalls deutlich höher sein. Mehr als ein Drittel der schwerstkranken Corona-Patienten in Großbritannien gehören nach einem Bericht der BBC der schwarzen, asiatischen oder einer anderen ethnischen Minderheit an.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Der türkische Präsident mit seiner Ehefrau Emine in der Hagia Sophia

          Zukunft der Türkei : Kommt jetzt das Kalifat?

          Versperrte Wege: Wofür die Türkei dem Westen nicht mehr zur Verfügung steht und wohin sie unter dem „neuen Sultan“ treibt. Ein Gastbeitrag.
          Der Hauptangeklagte Stephan E. mit seinem Verteidiger.

          Geständnis von Stephan E. : „Es war falsch, feige und grausam“

          Eine schwere Kindheit, Jähzorn und Ausländerhass, der vom Vater übernommen sein soll. Nach dem Geständnis von Stephan E., Walter Lübcke erschossen zu haben, ist dessen Familie empört.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.