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Britischer Premier in Washington : Cameron spricht über „Lockerbie-Bomber“

Bild: reuters

Die Begnadigung des libyschen Lockerbie-Attentäters und der Streit über die Aktivitäten des britischen Ölkonzerns BP sind die bestimmenden Thema beim Antrittsbesuch des britischen Premierministers in Washington.

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          Der britische Premierminister David Cameron hat auf seiner ersten offiziellen Visite in Washington der Bitte einiger Senatoren entsprochen, zu einer Erörterung über die Freilassung des sogenannten „Lockerbie-Bombers“ zur Verfügung zu stehen. Ursprünglich hatte es in Camerons Umgebung geheißen, der Terminkalender des Premierministers sei zu voll für eine solche Begegnung. Sein Sinneswandel dient dem Zweck, den Antrittsbesuch in Amerika nicht allzu sehr von Streitigkeiten über Aktivitäten des britischen Ölkonzerns BP trüben zu lassen.

          Johannes Leithäuser

          Politischer Korrespondent in Berlin.

          Cameron konzedierte vor seinem Treffen mit dem amerikanischen Präsidenten Barack Obama, dass die von BP verursachte Ölverschmutzung im Golf von Mexiko ein Gesprächsthema sein werde. Er wollte aber nicht auf Mutmaßungen eingehen, BP habe auch eine Rolle bei der vorzeitigen Freilassung des Lockerbie-Bombers gespielt. Abdelbaset el Megrahi war vor einem Jahr wegen einer tödlichen Krebserkrankung von der schottischen Regionalregierung begnadigt worden und in seine libysche Heimat zurückgekehrt.

          Cameron setzte zunächst auf Dissens

          Er war der einzige, der wegen des Sprengstoffattentats auf den PanAm-Jumbojet über dem schottischen Ort Lockerbie im Jahre 1988 verurteilt worden war. Cameron beteuerte jetzt vor seinen Gesprächen in Washington, er habe die Begnadigung al Megrahis stets für falsch gehalten, der Akt sei jedoch Sache der schottischen Regionalregierung gewesen.

          Hat kurzfristig doch noch Zeit für ein Gespräch mit Senatoren: David Cameron

          In einem Zeitungsbeitrag für das „Wall Street Journal“ versuchte der britische Regierungschef überdies, bewusst Dissenspunkte zwischen Großbritannien und Amerika auf anderen Gebieten zu setzen; vor allem in Fragen des freien Welthandels. Der Abbau von Handelsbarrieren und die ungehinderten Zugänge von Staaten wie China und Indien zum Welthandel seien Punkte, wo die Interessenpolitik des Vereinigten Königreiches und der Vereinigten Staaten unter Umständen nicht deckungsgleich seien.

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