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Eklat um Flugzeugabschuss : Britischer Botschafter hat Iran verlassen

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Bei einer Mahnwache für die Opfer des von Iran abgeschossenen Passagierflugzeugs verbrennen iranische Hardliner in Teheran eine Pappfigur des britischen Botschafters Rob Macaire zusammen mit einer britischen und amerikanischen Nationalflagge. Bild: AFP

Nachdem die iranischen Behörden den britischen Botschafter in Teheran kurzzeitig festgesetzt hatten, hat Rob Macaire das Land verlassen. London betont, er sei nicht ausgewiesen worden.

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          Der britische Botschafter in Iran hat das Land verlassen. Das meldete die staatliche iranische Nachrichtenagentur am Mittwoch. Rob Macaire habe das iranische Außenministerium zuvor über seinen Schritt in Kenntnis gesetzt, hieß es. Macaire war nach seiner Teilnahme an einer laut Teheran illegalen politischen Kundgebung in der Hauptstadt in die Kritik geraten. Die Polizei hatte ihn kurzfristig festgesetzt. Das Außenministerium bestellte ihn aus Protest ein und die Justiz forderte sogar seine Ausweisung.

          Macaire hatte nach eigenen Angaben am Samstagabend nur an einer Trauerkundgebung in Teheran für die Absturzopfer der abgeschossenen ukrainischen Passagiermaschine teilgenommen, unter denen auch Briten waren. Die Veranstaltung habe er nach fünf Minuten verlassen, als Parolen gerufen wurden. Er habe nicht an einer Demonstration teilgenommen, betonte er. Das britische Außenministerium stellte klar, dass Macaire weder ausgewiesen noch zu einer unerwünschten Person erklärt worden sei. Er habe den Iran für einen normalen Heimatbesuch verlassen. Die Reise sei geplant gewesen, sagte ein Außenamtssprecher. „Es ist ziemlich normal für einen Botschafter, zu Gesprächen zurück nach London zu kommen.“

          Das britische Außenministerium hatte am Montag seinerseits den iranischen Botschafter einbestellt, um gegen die vorübergehende Festsetzung Macaires zu protestieren. Dem Botschafter sollten die „schweren Einwände“ gegen diese Maßnahme vorgetragen werden, die einen „nicht hinnehmbaren Bruch“ der diplomatischen Gepflogenheiten darstellten, teilte das Amt von Premierminister Boris Johnson mit. Botschafter Hamid Baeidinedschad sollte versichern, dass so etwas nicht wieder vorkomme.

          Nach dem Bekenntnis Irans zum versehentlichen Abschuss eines ukrainischen Passagierflugzeugs hatte es in Teheran Proteste gegen die Regierung gegeben. Mehrere hundert Menschen versammelten sich an der Amir-Kabir-Universität, um der 176 Toten zu gedenken.

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