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Brexit-Kommentar : Was für eine Drohung?

Wen will der neue Brexit-Minister Raab eigentlich mit seiner „Drohung“ beeindrucken? Es wäre vor allem für Großbritannien katastrophal, wenn es am Ende „No deal“ heißt.

          Wen will der neue Brexit-Minister Raab eigentlich mit seiner Bemerkung beeindrucken, Großbritannien werde seine Austrittsrechnung in Höhe von rund 44 Milliarden Euro erst begleichen, wenn die EU-27 auch einem Handelsabkommen mit dem Solitär zugestimmt haben?

          Diese „Drohung“ und die Aufforderung an Regierung und Verwaltung, sich darauf vorzubereiten, dass es kein Abkommen mit der EU geben könnte, täuschen nicht darüber hinweg, dass das Vereinigte Königreich auf eine äußerst missliche Lage zusteuert. Wenn London die Rechnung, über die schon weitgehend Einigung erzielt worden ist, nicht begleicht, kommt es seinen Verpflichtungen nicht nach.

          Das Land kann sich noch so sehr auf einen „No deal“ vorbereiten, die Folgen wären katastrophal. Die eingefleischten Brexiteers aber hängen lieber ihren Phantasiegebilden nach. Man kann nur hoffen, dass die Unterhändler beider Seiten von dem Willen geleitet werden, ein schwieriges Unterfangen zu einem halbwegs vernünftigen Ende zu bringen, bei dem die britisch-europäische Partnerschaft nicht unter die Räder kommt.

          Klaus-Dieter Frankenberger

          verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

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