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Nach Brexit-Votum : Schottland plant zweites Referendum über Unabhängigkeit

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Sie bemüht sich um einen Verbleib Schottlands in der EU: die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon. Bild: Reuters

Eine Mehrheit der Schotten will in der EU bleiben. Die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon plant deshalb eine zweite Abstimmung zur Loslösung von London.

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          Die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon strebt weiterhin eine Unabhängigkeit ihres Landes von Großbritannien an. Die Regierung in Edinburgh werde kommende Woche einen Gesetzentwurf für ein weiteres Unabhängigkeitsreferendum veröffentlichen, kündigte sie beim Parteitag der Schottischen Nationalpartei (SNP) am Donnerstag in Glasgow an. Mit dieser Ankündigung geht Sturgeon auf Konfrontationskurs zur britischen Premierministerin Theresa May, die beim britischen EU-Austritt eine harte Linie vertritt.

          Nach Berichten des britischen Senders BBC sagte Sturgeon: „Ich bin fest dazu entschlossen, Schottland die Möglichkeit zu geben, über die Frage der Unabhängigkeit zu entscheiden und zwar bevor Großbritannien die EU verlässt.“ Schottland habe das Recht, sich um eine bessere Zukunft zu bemühen, angesichts der Unsicherheiten, die mit dem Verbleib in Großbritannien verbunden seien. Einzelheiten nannte Sturgeon allerdings nicht.

          Eine neue Umfrage des Meinungsforschungsinstituts BMG im Auftrag der schottischen Zeitung „The Herald“ zeigt aber, dass nur 38 Prozent der Befragten für ein zweites Unabhängigkeitsreferendum sind. 47 Prozent sprechen sich gegen ein Referendum aus, 12 Prozent sind unentschlossen. Selbst ein „harter“ Brexit – mit der Folge, dass Großbritannien aus dem europäischen Binnenmarkt ausscheiden würde – würde diese Stimmungslage nicht grundlegend verändern: Nur 12 Prozent derjenigen, die gegen eine zweites Referendum sind, würden im Falle eines „harten“ Brexit dafür stimmen.

          2014 war ein Referendum zur Loslösung von London knapp gescheitert, 55 Prozent der Abstimmenden hatten sich damals gegen die Unabhängigkeit ausgesprochen. Vor allem das britische Brexit-Votum Ende Juni hatte das schottische Unabhängigkeitsstreben weiter angefacht.

          Bereits am Tag nach der Brexit-Abstimmung hatte Sturgeon angekündigt, dass eine zweite Abstimmung über die Unabhängigkeit „sehr wahrscheinlich“ sei. Die Schotten sind EU-freundlich und hatten mehrheitlich für den Verbleib in der Europäischen Union gestimmt. Sturgeon versucht in Brüssel eine Lösung zu erreichen, bei der ihr Land weiterhin in der EU bleiben kann.

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