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Brexit-Kommentar : Britische Phantasien

Der britische Verteidigungsminister Gavin Williamson will die globale Präsenz Großbritanniens ausbauen. Bild: dpa

Der britische Verteidigungsminister schiebt den Brexit vor, um die globale Präsenz von Britannien Streitkräften zu stärken. Hat die EU-Mitgliedschaft das etwa verhindert? Merkwürdig.

          Das Vereinigte Königreich brauche stärkere Streitkräfte, die darauf vorbereitet sein müssten, „hard power“ auch einzusetzen. So redet nicht ein Oppositionspolitiker, sondern der konservative Verteidigungsminister. Dessen Partei ist seit 2010 an der Regierung und hatte, wegen Erschöpfung nach dem Kraftakt in Afghanistan und im Irak, den Streitkräften ein Schrumpfen verordnet.

          Die Opposition spricht nicht ohne Berechtigung von einer Finanzierungskrise. Jetzt aber soll, und das ist richtig, das Ruder wieder herumgeworfen werden; die Großwetterlage liefert die Gründe dafür. Bei dem Motiv wird Minister Williamson auch beim Brexit fündig, denn der verhelfe Britannien dazu, seine globale Präsenz zu stärken.

          Hat die EU-Mitgliedschaft das etwa verhindert? Merkwürdig. Das Vereinigte Königreich hat es nicht nötig, sich von anderen Ländern über Militärausgaben und robusten Einsatzwillen belehren zu lassen. Aber wenn es als Nation dargestellt wird, an die sich die Leute wenden könnten, wenn die Welt Führung brauche, dann hört sich das an wie aus der Phantasiewelt entnommen. Der Brexit-Welt eben.

          Klaus-Dieter Frankenberger

          verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

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