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Kampfansage : Johnson gegen Bercow

  • -Aktualisiert am

„Order!“ John Bercow ist zweifellos der inzwischen weltweit bekanntestes Präsident in der Geschichte des britischen Parlaments. Bild: dpa

Der Premierminister könnte mit seinem Konfrontationskurs in Sachen Brexit gegenüber dem Unterhaus sein politisches Leben verkürzen.

          So schlimm wie 1649 wird es nicht kommen. Damals endete der Kampf zwischen Exekutive und Parlament in England mit der Enthauptung des Königs. Wenn Boris Johnson es mit seinem Konfrontationskurs in Sachen Brexit nicht nur gegenüber der EU, sondern vor allem gegenüber dem britischen Parlament übertreibt, könnte er allerdings sein politisches Leben verkürzen.

          Zwar ist angeblich eine Mehrheit der Briten dafür, den Austritt nun endlich zu vollziehen. Aber wenn der Premierminister Hand an eine der britischsten aller Institutionen legte, sähe vieles schnell anders aus.

          Parlamentspräsident John Bercow jedenfalls hat dem Regierungschef den Kampf angesagt. Der spielt offenbar mit dem Gedanken, mit Hilfe von Geschäftsordnungstricks das Parlament auszumanövrieren, um „seinen“ Brexit ohne Abkommen zu realisieren. Wenn Johnson glaubt, damit die EU beeindrucken zu können, dürfte er sich täuschen.

          Aber vielleicht beeindruckt so viel Verantwortungslosigkeit ja die Besonnenen unter den Wählern so, dass sie an der Urne das Richtschwert in Richtung des Premierministers schwingen.

          Peter Sturm

          Redakteur in der Politik, zuständig für „Politische Bücher“.

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