https://www.faz.net/-gpf-9etjf

Labour-Vorsitzender : Corbyn stellt May Bedingungen beim Brexit

  • Aktualisiert am

Ein EU-Austritt ohne Abkommen wäre eine „nationale Katastrophe“, sagte der Labour-Vorsitzende Jeremy Corbyn. Bild: EPA

Auf dem Labour-Parteitag in Liverpool hat Jeremy Corbyn angekündigt, dass seine Partei den Brexit- Plan von Premierministerin May ablehnen wird. Auch mit der Innenpolitik der Regierung geht er in seiner Rede hart ins Gericht.

          1 Min.

          Der Chef der britischen Labour-Partei, Jeremy Corbyn, hat das Thema eines zweiten Brexit-Referendums bei seiner Rede zum Abschluss des Parteitags in Liverpool weitgehend gemieden. Sollte das Abkommen der Regierung mit Brüssel über den EU-Austritt des Landes im britischen Parlament scheitern, werde Labour auf eine Neuwahl hinarbeiten, sagte Corbyn.

          Corbyn bot Premierministerin Theresa May die Unterstützung für ein Brexit-Abkommen zu den Bedingungen seiner Partei an. Ein Abkommen auf Grundlage der derzeitigen Pläne von May werde Labour aber in jedem Fall ablehnen, so Corbyn. Einen EU-Austritt ohne Abkommen bezeichnete er als „nationale Katastrophe“.

          Die Möglichkeit eines zweiten Brexit-Referendums sprach Corbyn nicht ausdrücklich an, sagte aber, alle Optionen blieben offen. Die Delegierten hatten tags zuvor einen Beschluss verabschiedet, der ein zweites Referendum als Option „auf dem Tisch“ lässt. Brexit-Schattenminister Keir Starmer hatte viel Beifall für die Aussage bekommen, dass auch eine Abkehr vom Brexit dabei zur Wahl stehen könnte. Am Donnerstag wird sich Corbyn mit dem EU-Verhandlungsführer Michel Barnier treffen. 

          Mit der Innenpolitik der konservativen Regierung ging Corbyn in seiner Rede ebenfalls hart ins Gericht. Seit acht Jahren herrschten „destruktive Sparmaßnahmen“ bei öffentlichen Dienstleistungen, beklagte er.

          Der Labour-Vorsitzende äußerte sich auch zu den Antisemitismus-Vorwürfen gegen seine Partei. Er gestand ein, dass der Streit über das Thema „Verletzungen und Ängste“ in der jüdischen Gemeinde verursacht habe. Corbyn sprach sich für eine Zusammenarbeit mit der jüdischen Gemeinde aus, um Antisemitismus zu bekämpfen. Er hoffe, dass man nun einen Schlussstrich unter das Thema ziehen könne.

          Weitere Themen

          „Wir werden nie wieder ein Lockdown machen“ Video-Seite öffnen

          Trumps Große Versprechen : „Wir werden nie wieder ein Lockdown machen“

          Der Bundesstaat Florida könnte für den Wahlausgang am 3. November eine wichtige Rolle spielen. In dem Bundesstaat gibt es große lateinamerikanische Bevölkerungsgruppen. Die kubanischen Amerikaner im Süden tendieren traditionell zu den Republikanern, die Puerto Ricaner in Zentralflorida eher zu den Demokraten.

          Corbyn hat nichts gelernt

          Antisemitismus bei Labour : Corbyn hat nichts gelernt

          Der frühere Chef von Labour, Jeremy Corbyn, ist aus seiner Partei geflogen, weil unter ihm Antisemitismus zum Normalzustand wurde. Corbyn Reaktions zeigt, dass er seine eigene Haltung und deren katastrophale Folgen nicht ansatzweise erkennt.

          Topmeldungen

          Kapazitätserhöhung in Person: Vanessa Op te Roodt im Labor in Ingelheim

          Immer mehr Corona-Tests : Deutschlands Labore sind am Limit

          Die Labore in Deutschland werten immer mehr Corona-Tests aus und verdienen gut daran. Doch nun schlagen Laborärzte Alarm: Noch mehr Untersuchungen seien unmöglich. Muss die Teststrategie geändert werden?
          Der belgische Premierminister Alexander De Croo informiert die Bürger nach den Beratungen über verschärfte Corona-Maßnahmen am Freitagabend.

          Corona-Spitzenreiter : Belgien scheut den Lockdown

          Belgien hat die höchste Infektionsrate in Europa. Die Maßnahmen werden verschärft, aber einen Lockdown wird es vorerst nicht geben. Aus Sicht von Fachleuten ist das viel zu wenig.
          Der republikanische Senator Lindsey Graham spricht am 17. Oktober auf einer Wahlkampfkundgebung

          Senatswahl in Amerika : Die Angst der Republikaner

          Können die Demokraten Weißes Haus, Repräsentantenhaus und Senat in ihre Hand bringen? Die Republikaner fürchten den Verlust ihrer Mehrheit, weil sogar einst sichere Sitze in Gefahr sind.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.