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Folgen des Brexits : Zerfällt das Königreich?

  • -Aktualisiert am

Boris Johnson und Nicola Sturgeon im Juli in Edinburgh Bild: EPA

Eine Folge eines ungeregelten Brexits könnte eine Loslösung der Schotten vom Vereinigten Königreich sein. Doch diejenigen, die das zu verantworten hätten, werden kaum die Schuld dafür übernehmen.

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          Die in London nominell noch regierende Partei heißt offiziell „Konservative und Unionistische Partei“. Der zweite Bestandteil des Namens könnte, wenn Premierminister Boris Johnson seinen Brachialkurs in Sachen Brexit bis zum bitteren Ende durchzieht, in absehbarer Zeit überflüssig werden.

          Die schottische Ministerpräsidentin Nicola Sturgeon hat zum wiederholten Mal angekündigt, nach einem Brexit ohne Abkommen ein weiteres Referendum über die Unabhängigkeit Schottlands abhalten zu wollen.

          Zwar haben die Schotten erst 2014 darüber abgestimmt und sich mehrheitlich für einen Verbleib im Vereinigten Königreich ausgesprochen. Aber die Mehrheit der Schotten hat beim Brexit-Referendum auch für den Verbleib in der Europäischen Union votiert.

          Ebendeshalb könnte ein zweites Unabhängigkeitsreferendum durchaus ein anderes Ergebnis bringen. Dann hätten genau diejenigen, die doch den Briten „ihr Land zurückgeben“ wollten, den Zerfall zu verantworten. Aber wie man die Johnsons dieser Welt kennt, würden sie dann alle Energie auf die Suche nach einem Sündenbock verwenden.

          Peter Sturm

          Redakteur in der Politik, zuständig für „Politische Bücher“.

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